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Goldener Automobil-Herbst in der Hansestadt

Mercedes EQ
Der neue Elektro-Mercedes aus der Reihe "EQ" kommt aus Bremen © Weser-Kurier

Der goldene Herbst kleidet sich in Bremen in Chrom, LEDs und Blech. Gleich fünf automobile Schlaglichter fielen im Oktober auf die Hansestadt. Sie weisen nicht nur Bremen als Autostadt aus, sondern auch als Stadt der digitalen, vollelektrischen Zukunft.

Elektrisierende Zusammenarbeit: Kooperation im Norden

Den Beginn machte die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen der Wirtschaftsförderung Wolfsburg AG und der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH auf der Internationalen Zuliefererbörse IZB. Der Vertrag bringt die zwei Autostädte näher zusammen – Stern trifft „Das Auto“. „Unser gemeinsames Ziel ist es, den Automotive-Standort Norddeutschland zu stärken“, sagt Andreas Heyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der WFB. „Dafür werfen wir die Kompetenzen unserer beiden Regionen in die Waagschale und sind zuversichtlich, mehr Gewicht im internationalen Standortwettbewerb zu erreichen.“

Für Unternehmen heißt das: Sie profitieren von der gemeinsamen Schlagkraft. Forschungsprojekte, Fachveranstaltungen und gemeinsame Messeauftritte stehen auf der Agenda. Im digitalen Zeitalter ist Kooperation und Austausch wichtiger denn je – Information ist Macht. Und Austausch die Währung der Information.

Autobahnschild Gewerbepark Hansalinie Bremen
Mit eigenem Autobahnanschluss: der Gewerbepark Hansalinie Bremen © Jens Lehmkühler | WFB

Automobiles Ansiedlungsfieber: Hansalinie im Aufwind

Wie die berühmten warmen Semmeln gehen Grundstücke im Gewerbepark Hansalinie weg. Das Gewerbegebiet an der Autobahn A1 in direkter Nähe zum Mercedes-Benz Werk Sebaldsbrück ist zum Anziehungspunkt für automobile Zulieferer geworden. Aktuell sind im Gewerbepark Hansalinie über 80 Unternehmen mit 3.400 Beschäftigten angesiedelt. Weil die Flächen langsam knapp werden, fiel im Oktober die frühzeitige Entscheidung, den Gewerbepark beträchtlich zu erweitern.

Das macht es Unternehmen noch einfacher, sich anzusiedeln. Sie positionieren sich in die Nähe von Mercedes und schaffen eine direkte Anbindung an den Autoport in Bremerhaven, um in die ganze Welt exportieren zu können.

Borgward
Alte Leidenschaft und moderner Automobilbau: Ab 2018 rollt der neue Borgward in Bremen von der Montagelinie © Borgward

BBB – Bremen & Benz und Borgward

Auf Import setzt Bremen hingegen bei der Zukunftsware Batterie, spätestens ab 2018. Dann beginnt die Produktion des BX7, des neuen Flaggschiffs aus dem Hause Borgward. Für Bremer haben die acht Buchstaben eine magische Wirkung – ist bei vielen Borgward als frühere Bremer Automarke doch eine lebendige Erinnerung und das jährliche Treffen von Borgward-Oldtimern Anziehungspunkt der Massen.

Das vollelektrische SUV aus chinesischer Produktion wird in der Hansestadt für den europäischen Markt endmontiert – soweit die Nachricht im Oktober. Bis zu 100 Arbeitsplätze entstehen. Sie sollen 10.000 Fahrzeuge im Jahr montieren. „Mit diesem Schritt bekennen wir uns zu Deutschland als Industriestandort und zu unserer eigenen Herkunft. Natürlich hat die Rückkehr auch eine symbolische Bedeutung. Wir stehen heute am Anfang einer erfolgreichen Kooperation zwischen Stadt, Land und Borgward“, sagt Ulrich Walker, Vorstandsvorsitzender der Borgward Group AG. Wo eine Produktion entsteht, suchen Konzerne Zulieferer. Und Chancen entstehen.

Einmal Batterien laden, bitte!

Dass die automobile Zukunft elektrisch wird, weiß auch Daimler. Der Konzern muss sich wandeln und setzt dabei auf die Stadt an der Weser. Als Leitwerk für die C-Klasse und produktionsstärkstes Daimler-Werk weltweit ist hier das produktionstechnische Know-how für die Großserie verankert. Übersetzt heißt das nichts anderes als: Der erste Serien-Elektro-Mercedes entsteht in Bremen! Er wird aus der neu gegründeten Konzernmarke „EQ“ kommen. Das kündigte Unternehmensvorstand Dr. Dieter Zetsche auf der Konferenz „AutoDigital“ im Oktober feierlich an.

Dieter Zetsche in Bremen
Sprach in Bremen über die Zukunft des Automobilbau: Dr. Dieter Zetsche © Weser-Kurier

Digitalisierung im Automobilbau – kann man nicht ohne „B“ wie „Bremen“ schreiben

„AutoDigital“ war der vom Weser-Kurier organisierte Kongress zur Zukunft des Automobilbaus Ende Oktober. Man könnte jetzt ausführlich begründen, warum gerade Bremen dafür ein hervorragender Standort ist – aber wer bis hierhin gelesen hat, sollte sich diese Frage jetzt selbst beantworten können (und wer es nicht kann, sollte in unserem Artikel "Warum Bremen ein Top-Automotive-Standort ist" einmal nachschlagen). Fakt ist: Autonomes Fahren, das vernetzte Auto, elektrische Antriebe – schon in wenigen Jahren wird sich unser Bild vom Auto radikal ändern. Digitale Dienste werden (auto-)mobil. Werden wir in Zukunft nur noch die mobile Dienstleistung wählen und nicht die technische Basis? Werden wir Autos danach auswählen, wie gut sie sich in unseren Workflow einpflegen, ob Google, Microsoft oder Apple oder danach, wie viele Pferde sie vom Zaum lassen können? Werden Mercedes und VW Zulieferer oder Tonangeber?

Die Zeit, dies zu entscheiden, ist jetzt gekommen. Deshalb spricht Bremen über die digitale Zukunft im Automobil. In Veranstaltungen, in Arbeitsgruppen, auf Konferenzen oder in Forschungsprojekten. Wer den Wandel gestalten will, für den ist Bremen deshalb ein Standort mit Goldstatus. Gold wie der goldene Automobilherbst in der Hansestadt. Auf dem schon bald der Frühling sein blau elektrisierendes Band flattern lassen wird.

Was Bremen im Automobilbau sowohl in der Forschung als auch in der Industrie alles zu bieten hat, das erfahren Sie in unserer Rubrik Automotive.


Weitere Informationen zum Thema Automotive und Logistik gibt es bei Jörg Kautzner, Tel.: 0421 9600 324, joerg.kautzner@wfb-bremen.de

Weitere Informationen zum Thema Automotive und Digitalisierung gibt es bei Kai Stührenberg, Tel.: 0421 9600 325, kai.stuehrenberg@wfb-bremen.de




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ZUM WESER-KURIER-DOSSIER