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30.9.2016 - Nina Svensson

5 Gründe für 4 Reifen: Warum Bremen ein Top-Automotive-Standort ist

Automotive
Automobilindustrie auf der Überholspur: Bremen und Mercedes Benz nehmen gemeinsam Fahrt auf
Glänzende Aussichten: Die Daimler AG investiert weiter in den Standort Bremen
Glänzende Aussichten: Die Daimler AG investiert weiter in den Standort Bremen © WFB/Frank Pusch

Nichts geht, alles rollt – und wie! Im vergangenen Jahr sind über 400.000 Pkw im Mercedes-Benz Werk Bremen vom Band gelaufen, damit ist es der weltweit zweitgrößte Produktionsstandort der Daimler AG. Und auch in der Nachbarschaft tut sich was: Immer mehr Automobilzulieferer und Logistiker zieht es nach Bremen, und ihre Nachfrage erhöht deutlich das Tempo bei der Erweiterung des Gewerbeparks Hansalinie.

Die Automobilwirtschaft ist einer der bedeutendsten Industriezweige im Land Bremen. Das Mercedes Benz-Werk ist mit fast 13.000 Beschäftigten der größte private Arbeitgeber in Bremen, mit dem Gewerbepark Hansalinie existiert ein Standort speziell für die Automobilindustrie und mit direktem Anschluss an die Autobahn. Das wiederum stärkt Bremerhaven als Europas größten Hafen für den Automobilumschlag und Logistik-Drehscheibe für die gesamte Automobilindustrie. Ein Standort in Bewegung – da lohnt es sich doch, fünf gute Gründe für den Top-Automotive-Standort noch mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ein ersten Eindruck über den Standort vermittelt auch unser Branchenvideo:

Das Cluster Automotive in Bremen (2017)

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5 Gründe für den Automative Standort:


1. Fit für die Zukunft: Mercedes-Benz Werk in Sebaldsbrück

1978 lief der erste Mercedes-Benz Pkw in Bremen vom Band. Bis heute haben mehr als sieben Millionen Pkw mit dem Stern das Werk verlassen. Und es werden noch viel mehr. Zwischen 2009 und 2014 hatte die Daimler AG bereits eine Milliarde Euro in das Bremer Werk investiert, um es zum Produktionsstandort und weltweiten Kompetenzzentrum der C-Klasse zu machen. Mit dem im Sommer 2015 beschlossenen „Zukunftsbild“ wird das Werk nun fit für die Zukunft gemacht. Weitere 750 Millionen Euro wird der Konzern in Bremen investieren, unter anderem wird ab 2020 das Nachfolgemodell der C-Klasse in Bremen gebaut werden.


Aktuell werden in Bremen zehn Fahrzeugmodelle hergestellt – so viele wie noch nie: C-Klasse Limousine und Cabrio, T-Modell und Coupé, E-Klasse Cabrio und Coupé, das SUV GLC, GLC Coupé und die Roadster SL und SLC. Damit nicht genug, Daimler hat weitere und durchaus innovative Pläne für Bremen: Ab 2019 entsteht hier der EQ, der erste Elektro-SUV von Mercedes Benz, der damit das vollelektrische Zeitalter einläutet.

Zukünftig werden unsere Fahrzeuge die ganze Bandbreite an modernen Antriebstechnologien abdecken, vom Verbrenner über Plug-in-Hybride bis zur Brennstoffzelle. Im Kontext von Industrie 4.0 investieren wir in den nächsten Jahren in eine hochflexible und vernetzte Produktion und machen das Werk fit für die Zukunft.

                                                                                                                                                                                                                                                                         Peter Theurer, Standortverantwortlicher Mercedes-Benz Werk Bremen

2. Zulieferer: Innovativ, kreativ, flexibel

Just-in-time oder just-in-sequence: Für die Zulieferer der Automobilindustrie ist die räumliche Nähe zum Auftraggeber unverzichtbar. In Bremen ist das kein Problem - über den Zubringer und durch den Hemelinger Tunnel ist das Mercedes-Benz Werk von der Autobahn 1 und dem an der Abfahrt liegenden Gewerbepark Hansalinie aus schnell zu erreichen. Kein Wunder, dass sich immer mehr Zulieferer dort ansiedeln. Ob Autositze, elektrische Fenstersysteme, Reifen oder Sensoren: In Bremen sind inzwischen mehr als 40 Unternehmen aus den Bereichen PKW-Zulieferer, Teilelogistiker, Engineering und Anlagenbau mit insgesamt mehr als 4.000 Beschäftigten ansässig.

Der erste Zulieferer war die Lear Corporation, die sich 1978 nahezu zeitgleich zum Start der Pkw-Produktion von Mercedes Benz ansiedelte. Als erstes Werk überhaupt in Deutschland begann die damalige Keiper Car Seating GmbH mit der just-in-time-Lieferung von Autositzen. 1997 übernahm die amerikanische Lear Corporation das Bremer Werk, ein weltweit führender Zulieferer für die automobile Innenausstattung und elektronische Power-Management-Systeme. Bei Lear Corporation in Bremen arbeiten heute rund 650 Mitarbeiter.

 Die Lear Corporation hat bereits 1978 in Bremen Platz genommen und ist ein verlässlicher just-in-time-Lieferant für die Automobilindustrie
Die Lear Corporation hat bereits 1978 in Bremen Platz genommen und ist ein verlässlicher just-in-time-Lieferant für die Automobilindustrie © Lear Corporation

Weitere Zulieferer sind Hella Fahrzeugkomponentenbau mit dem Leitwerk für Sensoren (ca. 600 Mitarbeiter), die Brose Gruppe mit ihrer Produktion für elektrische Fenster- und Türsysteme (ca. 60 Mitarbeiter), der Reifenspezialist Schedl Automotive (ca. 65 Mitarbeiter) sowie die Kuka Group, die in Bremen Produktionsanlagen für die Achs- und Getriebemontage baut und mit dem Antriebs- und Fahrwerktechnikspezialisten ZF Services ein zentrales Logistikcenter mit rund 235 Mitarbeitern in Bremen betreibt.


3. Logistik: Ideale Anbindung und kurze Wege

Damit just-in-time auch wirklich just-in-time ankommt: Mit dem internationalen Flughafen, den Autobahnen 1, 27 und 281 sowie den Häfen in Bremen und Bremerhaven ist der Standort ideal angebunden. Bremen hat den Ruf als „Stadt der kurzen Wege“ und da macht auch die Logistik keine Ausnahme. Bremerhaven ist Europas größter Hafen für den Automobilumschlag, das Technikzentrum der BLG Logistics Group gilt als größte Autowerkstatt des Kontinents. Die bremischen Häfen sind Logistik-Drehscheibe für die gesamte Automobilindustrie.

Entsprechend gibt es inzwischen eine Vielzahl von Logistikunternehmen, die für reibungslose Abläufe sorgen. Die Logistiker von DB Schenker bündeln auf rund 57.000 Quadratmetern Fläche Montage- und Bauteile von rund 60 Zulieferern. 280 Mitarbeiter nehmen am Wareneingang des sogenannten „I-Park“ täglich mehr als 100 LKW-Ladungen entgegen und lagern Lenkräder, Achsen oder Federbeine fachgerecht zwischen. Auf Abruf liefern sie die Module ins 6 Kilometer entfernte Mercedes-Benz Werk. Logistikpartner dafür ist die Pfenning Logistics. Das Unternehmen mit 230 Beschäftigten arbeitet im Drei-Schicht-Betrieb und beliefert das Werk mit bis zu 1.000 Fahrzeugtouren täglich.

Seit 2006 begleitet Pfenning als Logistikpartner das Mercedes-Benz Werk Bremen
Seit 2006 begleitet Pfenning als Logistikpartner das Mercedes-Benz Werk Bremen © Pfenning logistics

Die Lorel Logistik GmbH mit rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übernimmt ebenfalls einen Teil der Lagerhaltung für Mercedes. In seinem Plant Consolidation Center werden Einzelteile zusammengeführt, so dass ganze Einbauteile direkt ans Band geliefert werden können.


4. Gewerbepark Hansalinie: Baggern für die Zukunft

Besser könnte es kaum sein: Direkt an der Autobahn 1 gelegen und nur wenige Kilometer vom Mercedes-Benz Werk entfernt ist der Gewerbepark Hansalinie ein idealer Standort für Zulieferer und Dienstleister der Automobilindustrie. Inzwischen haben sich dort rund 80 Unternehmen mit ca. 3.600 Mitarbeitern angesiedelt.

Mercedes Benz ist einer der zentralen Treiber für die stetig steigende Nachfrage geeigneter Flächen. Politik und WFB arbeiten in engem Schulterschluss daran, diese zu bedienen – gegenwärtig wird der gut 90 Hektar große Gewerbepark in zwei Bauabschnitten um rund 55 Hektar erweitert. Zusätzlich stehen noch weitere 130 Hektar Entwicklungsfläche zur Verfügung.

Der Gewerbepark Hansalinie ist idealer Standort für Zulieferer und Dienstleister der Automobilindustrie
Der Gewerbepark Hansalinie ist idealer Standort für Zulieferer und Dienstleister der Automobilindustrie © WFB/Frank Pusch

5. Gut vernetzt: Gemeinsam für Automotive in Bremen und der Region

Einer für alle, alle für einen: Der Netzwerkgedanke ist auch in der Automobilbranche in Bremen und der Region stark verankert. Mit den Clustern Automotive Nordwest e.V. (gegründet 2008) und Automotive Nord (gegründet 2016) sollen die Region Nordwest als auch der Norden Deutschlands als automobiles Kompetenzzentrum bekannter werden und den Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer auch branchenübergreifend fördern.

Im Mai 2016 wurde das Innovationsfeld Automotive in die Clusterstrategie des Landes Bremen aufgenommen, somit wird die industrielle Leitbranche „Automobil- und Zulieferbranche“ jetzt gleichgewichtig zu den drei bestehenden Clustern dargestellt. Der Standort Bremen präsentiert sich zusammen mit ansässigen Unternehmen jetzt verstärkt auf Messen wie zum Beispiel auf der Internationalen Zuliefererbörse IZB.

Christian Geier, Clustermanager Automotive Nordwest e.V.
Christian Geier, Clustermanager Automotive Nordwest e.V., vernetzt die Automotive-Unternehmen in Bremen und im Nordwesten © WFB/Jörg Kautzner

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