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12.5.2021 - Nina Svensson

Sigma Textil: Bauen fürs Besticken und Bedrucken

Erfolgsgeschichten

Muhammad Farhan Aslam baut neue Produktionshalle in Oslebshausen

Es wird eng: Noch hat Muhammad Farhan Aslam seine Produktionsräume im Steffenweg in Walle.
Es wird eng: Noch hat Muhammad Farhan Aslam seine Produktionsräume im Steffenweg in Walle. © WFB/Pusch

Muhammad Farhan Aslam hat sein Unternehmen für Textilstickerei so erfolgreich ausgebaut, dass die Produktionsräume in Walle zu klein geworden sind. Die Zukunft von Sigma Textil sieht er auf einem 1.500 Quadratmeter großen Grundstück in Bremen-Oslebshausen. Und in Kürze wird aus der Vision ein handfester Neubau für Produktion und Büro. Aktuell werden Grundstück und die Zuwegung noch erschlossen, aber spätestens im September 2021 soll der Bau beginnen.

Das Grundstück in der Von-Ossietzky-Straße in Oslebshausen hat Aslam von der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) erworben. In einem ersten Bauabschnitt plant er eine rund 250 Quadratmeter große Produktionshalle sowie 150 Quadratmeter Büro- und Ausstellungsfläche. Im vergangenen März wurde das Grundstück gerodet, jetzt laufen Gespräche und Maßnahmen, um das Grundstück und die Zuwegung zu erschließen. „Ich hoffe, dass wir im September endlich mit dem Bau beginnen können“, sagt Aslam. In einem zweiten Bauabschnitt sollen zu einem späteren Zeitpunkt noch mal etwa 175 Quadratmeter Büro- und Lagerfläche dazu kommen. Für weitere Bauvorhaben ist sogar auch noch Platz.

Umkrempeln statt abwickeln

Und wofür braucht er so viel Platz? Aslam hat sich auf Textilstickerei spezialisiert. Er bestickt und bedruckt Handtücher, Caps, Poloshirts, Trikots und Schürzen mit Namen, Logos und anderen Motiven nach Kundenwunsch. Eine Nische, in der Aslam seine Erfolgsgeschichte schreibt.

2007 kam Aslam im Alter von 28 Jahren aus Pakistan nach Bremen, wo sein Vater Sigma Textil für den Import von Kleidung aus Pakistan gegründet hatte. „Als mein Vater an falsche Geschäftspartner geriet, verlor er viel Geld. Ich kam nach Bremen, um das Geschäft abzuwickeln und wollte dann weiter nach England. Aber Bremen gefiel mir so gut, dass ich Sigma Textil behalten habe“, erzählt Aslam. Bremeninvest, die internationale Marke der Wirtschaftsförderung Bremen, unterstützte ihn in allen Belangen der Ansiedlung und half ihm das Geschäftsmodell zu ändern. Anstatt wie sein Vater auf große Mengen in großen Containern zu setzen, konzentrierte Aslam sich auf kleine Mengen inklusive individueller Stickereien.

Sigma Textil verarbeitet farbige Garne exakt nach Kundenwunsch.
Sigma Textil verarbeitet farbige Garne exakt nach Kundenwunsch. © WFB/Pusch

Kunden erwarten hohe Qualität und Kapazitäten

Es war die richtige Entscheidung:  Schnell zählten Restaurants, Hotels, Veranstalter und Fußballclubs zu Aslams Kunden. Anfangs hatte er noch Büro und ein kleines Lager in der Faulenstraße, dann zog er in den Steffensweg und nun geht es nach Oslebshausen. Aslam braucht Platz für seine Maschinen, denn inzwischen importiert er nur noch die Schürzen aus Pakistan – Caps, Poloshirts, Trikots und andere Textilien werden von Lieferanten in Deutschland bezogen und bei Sigma Textil bedruckt oder bestickt. „Dadurch kann ich meine Kunden schneller beliefern“, sagt er.

Er hat zurzeit vier Mitarbeiter, je nach Bedarf möchte er noch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen. Für den neuen Standort plant er mit weiteren modernen Stickmaschinen sowie Maschinen für den Textildruck, sodass Aufträge bis zu 50.000 Stück auch kein Problem mehr sein werden. „Die Kunden vertrauen uns und erwarten, dass wir nicht wie in der Steinzeit arbeiten, sondern dass wir mit neuen und innovativen Maschinen eine hohe Qualität und große Kapazitäten bieten“, sagt Aslam.

Angebot während Corona-Pandemie erweitert

Allerdings hat das vergangene Jahr bedingt durch die Corona-Pandemie einige Änderungen mit sich gebracht. Aslam hatte ohnehin geplant, in das Endkundengeschäft einzusteigen und bedruckte oder bestickte Kleidungsstücke individuell anzubieten. Ein richtiger Schritt zur richtigen Zeit. „Wir haben neue Technologien, mit denen wir die Maschinen auch für kleine Mengen einstellen können. Nun bringen auch Privatkunden ihre Sachen zum Besticken oder Bedrucken vorbei, das hat mich ganz gut durch die vergangenen Monate gebracht“, sagt er. Außerdem hat er sein Angebot um bestickte und bedruckte Stoffmasken erweitert, beliefert vermehrt Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen mit bestickter Arbeitskleidung

Für mehr gewerbliche Stickmaschinen braucht Sigma Textil auch mehr Fläche.
Für mehr gewerbliche Stickmaschinen braucht Sigma Textil auch mehr Fläche. © WFB/Pusch

„Bremen ist eine Stadt mit einer tollen Lebensqualität“

Somit fühlt sich Aslam gut aufgestellt und mehr als bereit für den Bau seines neuen Produktionsstandortes. Zumal er auch nach wie vor gerne in Bremen lebt. „Ich bin seit 2007 in Bremen und fühle mich hier sehr wohl. Bremen ist eine schöne Stadt mit einer tollen Lebensqualität, in der ich viele nette Menschen kennen gelernt habe“, sagt Aslam. „Ich habe hier immer gute Erfahrungen gemacht und kann mir nicht vorstellen, woanders zu leben oder zu arbeiten.“ Auch für seine Frau und seine ein und drei Jahre alten Kinder sei Bremen ein idealer Wohnort.

Diesen sieht er manchmal sogar von oben. Aslams Leidenschaft ist das Fliegen, zurzeit macht er seinen Flugschein für Ultraleichtflugzeuge. Die Theorieprüfung hat er schon bestanden, es fehlen noch die restlichen Flugstunden. Seit 2011 ist er Mitglied beim Bremer Verein für Luftfahrt und hofft, dass er Ende des Jahres seinen Flugschein in der Tasche hat. Er liebt das Gefühl, in der Luft frei zu sein und die Welt von oben zu sehen. Fliegen auf Sicht in 2.000 Metern Höhe. Und wenn Flugverkehr und Tower es zulassen, darf er auch über den Bremer Luftraum fliegen. Mit Blick auf ein 1.500 Quadratmeter großes Grundstück in Oslebshausen, auf dem im September 2021 der Grundstein für die seine Zukunft und die von Sigma Textil gelegt wird.


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