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6.2.2018 - Jann Raveling

IT-Ansiedlung Bremen – warum es sich lohnt, in die Hansestadt zu kommen

Digitalisierung / Industrie 4.0

Acht Standortfaktoren, mit denen die Hansestadt überzeugt

Beste Aussicht(en): Bremen hat IT-Unternehmen viel zu bieten
Beste Aussicht(en): Bremen hat IT-Unternehmen viel zu bieten © WFB/Jonas Ginter

Die IT-Wirtschaft in Bremen: 1.330 Unternehmen erwirtschafteten zuletzt 1,12 Milliarden Euro. Im Bundesländervergleich steht Bremen auf Platz 6 der Beschäftigten in der IT-Branche. Im Ranking der größten Online-Agenturen belegt die Bremer Agentur team neusta Platz eins, auf Platz zwei liegt die Plan.net-Gruppe. Zu ihr gehören die Bremer E-Commerce-Spezialisten hmmh. Viele beeindruckende Zahlen – aber warum siedeln sich IT-Unternehmen in Bremen an? Wir haben Unternehmer, Wissenschaftler und Akteure aus Verbänden gefragt, was Bremen als IT-Standort attraktiv macht.

Faktor 1: Die Ausbildung von Fachkräften durch Universitäten und Hochschulen

„Ganz klar: die Fachkräfte-Versorgung“, antwortet Christoph Ranze auf die Frage nach dem größten Standortvorteil von Bremen. Der Geschäftsführer des mittelständischen IT-Unternehmens encoway sitzt in der Nähe zur Universität – an der er früher als wissenschaftlicher Mitarbeiter forschte: „Aus den zahlreichen Hochschulen strömen hervorragend ausgebildete Absolventen, die hier auch gerne bleiben würden. Es gibt für Unternehmen eine große Auswahl an IT-Personal.“

Christoph Ranze, Geschäftsführer von encoway
Christoph Ranze, Geschäftsführer von encoway © encoway

Neben Universität, der Hochschule, der Jacobs University, der Hochschule in Bremerhaven oder der FOM Hochschule zählt er die Hochschulen Oldenburgs und Wilhelmshavens zum Einzugsgebiet. Zudem beschäftigt sich die Schul- und Berufsausbildung in der Hansestadt intensiv mit IT-Themen.

Ganz konkret umgesetzt heißt das bei encoway: 15 Auszubildende, 20 Werksstudierende und 20-30 Schülerpraktikanten im Jahr, bei insgesamt 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Talentpipeline – so nennt Ranze seine Ausbildungsinitiative. Studenten kommen im zweiten Semester ins Unternehmen, damit sie encoway früh kennenlernen und sich schnell einarbeiten. „Die Hälfte unseres Personals haben wir aus eigenen Kräften rekrutiert“, zieht er zufrieden Bilanz.

Faktor 2: Das Klima zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

Die Universitäten und Hochschulen produzieren neben lauter schlauen Köpfen neues Wissen. Viele Bremer Unternehmen kooperieren daher mit den zahlreichen Instituten in gemeinsamen Forschungsprojekten und profitieren vom Wissen und technischen Errungenschaften. Diese exzellente Forschungslandschaft – sprichwörtlich durch die Uni Bremen als Exzellenz-Universität – zieht jede Menge begabte Köpfe an. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Abiturienten und Studienbeginner entscheiden sich bewusst für Bremen, wie Richard Sethmann, Professor für Rechnernetze und Informationssicherheit vom Institut für Informatik und Automation der Hochschule Bremen weiß. Das duale Studium Informatik dort bildet Studierende gleichzeitig in Wissenschaft und Wirtschaft aus.

„Das duale Studium Informatik stellt für die beteiligten Unternehmen eine Ergänzung für die Rekrutierung und Ausbildung von hochqualifiziertem Nachwuchs dar. Durch die Kombination von akademischer und beruflicher Ausbildung zusammen mit der praktischen Arbeit im Betrieb entsteht eine für ‚High Potentials‘ attraktive Ausbildungsform“, sagt Sethmann. „Diese Attraktivität führt bisher dazu, dass sich gute und sehr gute Bewerberinnen und Bewerber aus unterschiedlichen Bundesländern – weit über Bremen hinaus – für diese Ausbildungsform interessieren und auch angeworben werden konnten.“

Neben dem dualem Studiengang gibt es den Masterstudiengang „Digitalisierung, Innovation und Informationsmanagement“ an der Hochschule Bremerhaven - die immer aktiv nach Kooperationspartnern für Studienprojekte sucht.

Mitten im Technologiepark: Das Technologie- und Gründerzentrum BITZ
Mitten im Technologiepark: Das Technologie- und Gründerzentrum BITZ © WFB/Lehmkühler

Direkt im Technologiepark, nahe der Universität, liegt das Bremer Innovations- und Technologiezentrum BITZ. Hier finden Gründer einen idealen Start ins Berufsleben. Für IT-Unternehmen ist der Standort dank seiner guten Infrastruktur, schnellen Internetverbindung und Nähe zu vielen technologieorientierten Unternehmen rund um den Technologiepark ein attraktives Pflaster. Hier finden Wirtschaft und Wissenschaft in einem Haus zusammen.

Faktor 3: Kurze Wege im kleinsten Bundesland

Es ist ein Bremer Mantra, von den kurzen Wegen zu sprechen. Aber Tatsache ist: In einem Stadtstaat rücken alle näher zusammen. Unternehmer lernen hier schnell die wichtigen Personen in ihrer Branche kennen. Denn ein gutes Netzwerk ist entscheidend für den Geschäftserfolg. Zusammen mit guten Verbindungen der Wirtschaft zur Politik und Wissenschaft, sowie einer engagierten Verbandsarbeit des Interessenverbands der IT-Industrie bremen digitalmedia, heißt das: Die Akteure treffen Entscheidungen und führen Veränderungen herbei.

Faktor 4: Das Flair der Überseestadt

„Die Überseestadt ist für Unternehmen aus der Kreativ- und IT-Branche attraktiv. Sie hat eine einmalige Atmosphäre, eine lebendige Mischung aus den verschiedensten Unternehmen“, sagt Christian Gorldt, Abteilungsleiter beim BIBA Bremer Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen. Und er hat Recht. Der Umbau des ehemaligen Hafengeländes zu einem komplett neuen Stadtteil – übrigens eines der größten Städtebau-Projekte in Europa – genießt überregionale Attraktivität, wie unser Artikel "Die Überseestadt: Wie aus einer 400 Meter langen Keimzelle Bremens neuester Ortsteil wurde" erzählt.

Christian Gorldt, Abteilungsleiter am BIBA
Christian Gorldt, Abteilungsleiter am BIBA © BIBA

Der Charme liegt im Erhalt des früheren Hafen- und Industrieflairs in Verbindung mit moderner Architektur und Infrastruktur. Hier stehen alte Speicher und Schuppen, mehrere hundert Meter lange Backsteinbauten, neben neuen Glaspalästen. Und alles direkt am Weser-Ufer. Zudem haben sich einige der größten IT-Agenturen Deutschlands, hmmh und team neusta, hier angesiedelt. Sie treffen auf weitere junge und frische Unternehmen und eine Start-up-Kultur, getragen etwa durch Akteure aus dem Coworking-Space weserwork.

Faktor 5: Die Infrastruktur – Anbindung zu See, Wasser und Luft

Ein Flughafen, wenige Straßenbahnminuten vom Zentrum entfernt. Schnelle Anbindung an das Autobahnnetz von vielen Gewerbegebieten aus. Moderne Bürogebäude, etwa in der Überseestadt. Das sind alles gute Gründe, sich in Bremen anzusiedeln, findet Ronald Wermann, Vorstand und Mitgründer des Bremer SAP- und Prozessdienstleisters abat:

„Bremen als Standort hat uns überzeugt, weil wir hier eine ideale Infrastruktur vorfanden. Als IT-Dienstleister haben wir uns auf die Branchen Automotive und Logistik spezialisiert, sodass wir an Projekten weltweit arbeiten. Durch die gute Anbindung an Autobahn, Flug- und Zugverkehr sind wir in kurzer Zeit bei unseren Kunden in Deutschland und der ganzen Welt. Zudem bietet uns Bremen ideale Rahmenbedingungen, um wachsen zu können und uns weiter als einer der führenden SAP-Partner der Automobil-Branche zu positionieren. Schon bei unserer Ansiedlung hat uns die Wirtschaftsförderung unterstützt. Das hat den Standort für uns zusätzlich attraktiv gemacht. Und nicht zuletzt: Viele der Gründungsmitglieder kommen aus der Gegend. Wir fühlen uns hier sehr wohl.“

abat-Vorstand Ronald Wermann
abat-Vorstand Ronald Wermann © abat

Dem pflichtet sein Kollege und Vorstandsmitglied Peter Grendel bei: „Bremen ist perfekt angebunden und bietet mit der Überseestadt innenstadtnah noch große Entwicklungsmöglichkeiten für Unternehmen – wo gibt es das sonst?“, schwärmt er und ergänzt: „Gerade als Technologiestandort ist die Hansestadt durch die Universitäten und Hochschulen ideal. Hier finden sich Know-how und viele junge, motivierte Kräfte.“ In unserem Artikel "In diesem Unternehmen reden nicht nur die Chefs bei Neueinstellungen mit" erzählt er, wie es abat schafft, eine offene und hierarchiearme Unternehmenskultur zu etablieren und so schlagkräftig zu bleiben.

Faktor 6: Große Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen

Bremen, das ist Industrie und Handel. Als achtgrößter Industriestandort Deutschlands und als Bundesland mit der höchsten Exportquote siedeln hier zahlreiche Unternehmen aus umsatzstarken Branchen. Sie alle brauchen Know-how, um sich auf die Digitalisierung vorzubereiten – am besten direkt vor Ort, so Björn Portillo, Vorsitzender des Verbandes bremen digitalmedia:

bremen digitalmedia-Vorstandvorsitzender Björn Portillo
bremen digitalmedia-Vorstandvorsitzender Björn Portillo © bremen digitalmedia

„Bremen verfügt einerseits über eine hohe Kompetenz bei IT-Dienstleistern, die beispielsweise im bundesweiten Internetagentur-Ranking jedes Jahr weit vorne liegen. Zum anderen ist die Region aber auch ein spannendes Betätigungsfeld für die Branche, denn hier ist der Anteil der Industrie an der Wirtschaft überdurchschnittlich hoch – das bedeutet, es gibt einen großen Bedarf an Projekten im Bereich Digitalisierung. Dies gilt genauso für die vielen international tätigen Handelsunternehmen. Daher wird Bremen auch als Standort für Gründungen aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie zunehmend attraktiver.“ Ein großer Markt direkt vor der Haustür – selbst in der digitalisierten Welt ein Vorteil.

Faktor 7: Start-up Kultur

Bremen ist nicht Berlin - und gerade das ist ein guter Grund, mit dem eigenen Tech-Start-up in der Hansestadt loszulegen. "Die Stadt ist nicht überlaufen wie Hamburg oder München, auch junge Unternehmen werden wahrgenommen. An Bremen reizt mich die Vielfältigkeit – es ist der facettenreichste Ferchau-Standort. Maritimes, Automotive, Raumfahrt und Start-ups, das kann kein Ort sonst bieten", weiß Jörg Haverkamp, Niederlassungsleiter der Bremer Ferchau Engineering Niederlassung. Er sucht bewusst den Kontakt zu Bremer Start-ups, um sein Unternehmen mit Know-how und neuem Wissen zu versorgen.

Niederlassungsleiter von Ferchau Engineering Bremen: Jörg Haverkamp
Niederlassungsleiter von Ferchau Engineering Bremen: Jörg Haverkamp © Ferchau

So, wie viele andere etablierte Bremer IT-Unternehmen. Ein Beispiel ist team neusta, das als Incubator junge Gründungsideen unterstützt. In Bremen werden Start-ups nicht allein gelassen - ob bei der Gründung mit der komfortablen Betreuung durch das START Haus, Förderung und Finanzierung durch Mikrokredite, Darlehen oder in Acceleratoren. Rund um Gründerinnen und Gründer hat sich eine aktive Szene gebildet, die mit regelmäßigen Festivals und Veranstaltungen Gründergeist lebt.

Faktor 8: Lebensqualität

Die Füße in der Weser baumeln lassen, ein Becks in der Hand, in Bremen lässt es sich leben. Die grünste Großstadt Deutschlands bietet viele Grün- und Erholungsflächen, wie den 200 Hektar großen Bürgerpark direkt in der Innenstadt. Oder die große Theater- und Musiklandschaft. Was Bremen ausmacht, haben wir in unseren "Bremens Top Zwölf – Rathaus, Roland, Raumfahrt und so viel mehr" zusammengefasst.

Schlachte
Direkt an der Weser: Die Schlachte © WFB / Jonas Ginter

Und auch für Informatiker bietet Bremen viele Veranstaltungen und Aktivitäten: den Hackerspace Bremen, das 3D-Druck-Labor Fablab, Hackathons, den Verein bremen digitalmedia und und und…


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Welche Services die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH bei der Digitalisierung Ihres Unternehmens bietet, finden Sie auf der Übersichtsseite Digitalisierung.

Mehr Informationen zur Ansiedlung gibt es bei Thorsten Tendahl, Unternehmensservice und Vertrieb, Teamleiter Unternehmensservice Bremen und nationale Ansiedlung, 0421 9600-121, thorsten.tendahl@wfb-bremen.de

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