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27.2.2020 -

Briefe aus der Türkei: Ausgabe Februar 2020

Internationales

Wissen und Interessantes rund um die türkische Wirtschaft

© iStock

Für die Türkei ist Deutschland seit Jahren der wichtigste Exportpartner. Waren im Wert von mehr als 35 Milliarden Euro werden zwischen den Nationen gehandelt, deutsche Unternehmen beschäftigen mehr 120.000 Angestellte vor Ort.

Direkt aus der Seehafenstadt Izmir berichtet Erol Tüfekҫi, Direktor des dortigen Bremeninvest-Büros der Wirtschaftsförderung Bremen, und gibt uns alle vier Monate einen Überblick über Trends, Chancen und neue Entwicklungen im Land. Wenn Sie diesen Länderbrief regelmäßig als Newsletter erhalten wollen, melden Sie sich gern hier an. Unsere Themen im Februar:

Milliarden für die türkische Automobilwirtschaft
© TOGG

Die Automobilindustrie ist eine wichtige Säule der türkischen Exportwirtschaft. Autos, Nutzfahrzeuge und Fahrzeugteile machen rund 15 Prozent des gesamten Exportvolumens aus. Zu den wichtigsten Herstellern mit Werken in der Türkei gehören Toyota, Ford, Renault oder Fiat Chrysler Automobiles. Daneben sind auch große ausländische Zulieferer vor Ort vertreten.

Bisher kam aber noch kein Auto aus der Türkei selbst – das soll sich jetzt ändern. Ende des vergangenen Jahres stellte ein neu gegründetes Konsortium namens TOGG die ersten zwei einer Modellpalette von insgesamt fünf Elektrofahrzeugen vor. In der Provinz Bursa unweit von Istanbul soll bis 2022 ein neues Werk mit einer jährlichen Kapazität von 175.000 Fahrzeugen entstehen – für insgesamt 3,4 Milliarden Euro. Rund 4.000 Beschäftigte sollen dort mit westlichen Herstellern konkurrenzfähige E-Mobile produzieren. Passend dazu traf bereits 2018 die chinesische GSR Capital mit der türkischen Zorlu-Holding eine Absichtserklärung über den Bau einer Batteriefabrik mit einer Kapazität von 25 Gigawatt bei einem Investitionsvolumen von 5,7 Milliarden Euro, deren Fertigstellung bis 2023 geplant ist. Gut möglich, dass die Batteriezellen für die neuen TOGG-Mobile somit ebenfalls aus türkischer Produktion stammen werden.

Inwieweit die Türkei als Investitionsstandort zurzeit interessant für Investoren ist, und weitere Daten rund um die aktuelle Wirtschaftslage, hat Germany Trade and Invest in einem Blogartikel einmal zusammengestellt.

Delegationsreisen Deutschland – Türkei
Mildes Klima, weltoffenes Flair: Izmir
Mildes Klima, weltoffenes Flair: Izmir © Istock

Einen Auslandsstandort zur eröffnen ist mehr als nur eine betriebswirtschaftliche Rechnung: Wer in einen neuen Markt starten oder eine neue Produktionsstätte eröffnen will, braucht ein Gefühl für Land und Leute. Um sich auf einen neuen Markt vorzubereiten und ihn kennenzulernen, gibt es verschiedene Wege – einer davon sind Delegationsreisen in das entsprechende Land.

Diese vermitteln Kontakte vor Ort und helfen, Kooperationen zu schließen. Als Partnerstädte verbinden Bremen und Izmir eine lange Freundschaft, und regelmäßig organisieren beide Städte Delegationsreisen. Im vergangenen Jahr kam es im Herbst zu zwei gegenseitigen Besuchen. So traf sich eine Delegation der Industrie- und Handelskammer Manisa mit der Wirtschaftsförderung Bremen, um sich über die Investitionsmöglichkeiten und -vorteile von Bremen zu informieren und sich über die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland auszutauschen. Im Gegenzug besuchte eine Bürgerdelegation Bremens Partnerstadt Izmir. Sie trafen dort den deutschen Generalkonsul, besichtigten soziale Projekte und entwickelten die Städtepartnerschaft weiter. Auch für dieses Jahr sind Reisen für den Herbst geplant – wir werden Sie dazu auf dem Laufenden halten.

Yurudesign startet in Europa – mit Bremen als Basis
© WFB/Pusch

Das Onlinegeschäft mit Möbeln wächst in Deutschland seit Jahren stark und soll sich von rund 6,6 Milliarden Euro 2018 auf 9,3 Milliarden Euro im Jahr 2022 vergrößern. Von diesem Kuchen wollen sich Unternehmen wie Yurudesign ein dickes Stück abschneiden. Der 2014 in der Türkei gegründete Möbelproduzent und Onlinehändler hat Anfang des Jahres in Bremen einen neuen Standort gegründet und möchte von hier aus sein Deutschland- und Europageschäft starten. Einer der drei Gründer zog dafür von Izmir nach Deutschland – wir haben ihn ein wenig in seiner neuen Heimat begleitet.

Im Porträt: Clas Bastian Vögeding
© WFB/Raveling

Seit Oktober 2019 gibt es für die Türkei einen neuen Ansprechpartner bei Bremeninvest: Clas Bastian Vögeding. Der 37-jährige Betriebswirt bringt seine Auslandserfahrung ein, um zusammen mit dem Bremeninvest-Büro in Izmir Interesse in der örtlichen Wirtschaft für den Standort Bremen zu wecken und Unternehmen die Ansiedlung in der Hansestadt zu erleichtern. In einem Kurzinterview haben wir uns mit ihm über seine Pläne unterhalten und erfahren, wie er seine erste Reise in die Vier-Millionen-Metropole Izmir wahrnahm.

Abseits vom Wirtschaftsleben: Fußballstar und Gesangstalent Max Kruse

Und dann ist da noch Fußballer Max Kruse, lange Jahre Profi bei Werder Bremen. Im Sommer 2019 wechselte er nach Fenerbahçe Istanbul. Dort hat sich der Stürmer nicht nur dank seiner fußballerischen Leistungen schnell ins Herz der Fans gespielt: Beim Derby zwischen Fenerbahçe und Galatasaray Istanbul sang er die Nationalhymne mit, was bei den Türkinnen und Türken für Begeisterung sorgte. Sein Gesangstalent brachte ihm auch noch einen Auftritt bei der populären TV-Show „The Voice“ ein. Und auch sonst zeigt der Ex-Bremer sich angetan von Stadt, Land und Leuten. Merke: Ein bisschen Lokalkolorit hilft beim Start in einem neuen Land.

Foto Clas Vögeding

Clas Vögeding

Akquisition und Projekte

Projektleiter internationale Ansiedlung, Schwerpunkt Europa & Türkei

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Erol Tüfekçi

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