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Innenstadt Bild FDI - Quelle: WFB/Ginter
26.1.2023 - Jann Raveling

Bremen im Ausland gefragt

Internationales

Ausländische Direktinvestitionen 2022

Ausländische Direktinvestitionen (Foreign Direct Investments oder auch FDI) zeugen von der Wettbewerbsfähigkeit eines Standorts. In Bremen investierten internationale Unternehmen im vergangenen Jahr rund acht Millionen Euro und wollen damit rund 160 Arbeitsplätze in den nächsten Monaten und Jahren schaffen.

Damit wächst das Interesse an der Hansestadt wieder, nachdem 2021 pandemiebedingte Reisebeschränkungen internationale Expansionen erschwerten. Besonders in den vier Ländern Türkei, China, Vietnam und dem Vereinigten Königreich traf Bremen dabei mit seinen Ansiedlungsaktivitäten auf großes Interesse.

Dort unterhält das Bundesland eigene Büros vor Ort, die eine direkte Beratung interessierter Unternehmen ermöglichen. „Besonders erfreulich ist das nach wie vor hohe Interesse aus China trotz der starken Pandemiebeschränkungen, die Reisen lange Zeit nahezu unmöglich machten und erst in den letzten Wochen internationalen Austausch wieder erlaubten“, resümiert Andreas Gerber, Teamleiter Akquisition und Projekte der WFB. Sechs der insgesamt 40 mit Hilfe der WFB neu in Bremen angesiedelten Unternehmen stammen aus China.

Logistik und Technologie aus der Hansestadt gefragt

Bremen als internationaler Hafen- und Logistikstandort überzeugte in 2022 14 Firmen aus den Ländern China, Niederlande, Kroatien, Rumänien, Ukraine, Vietnam, dem Vereinigten Königreich und der Türkei mit seinem Angebot für die Logistik, Lagerhaltung, Transport und Verpackung. Einen ebenso hohen Stellenwert genießt Bremen aber auch als Technologiestandort. Im Bereich der Medizintechnik, der IT-Services, Luft- und Raumfahrt sowie Fahrzeugtechnologie kamen 12 Unternehmen nach Bremen, die hier neben Verkaufsaktivitäten auch die Entwicklung der eigenen Produkte vorantreiben wollen.

Drei Beispiele für internationale Ansiedlungen aus Bremen:

Menschen in Sicherheitskleidung
Werover: Im Erprobungseinsatz für den eigenen Unterwasser-Roboter © Searover

Werover GmbH

Aus der Türkei stammt Werover, ein Robotik- und KI-Unternehmen, das im Bereich der Unterwasserfahrzeuge sowie der erneuerbaren Energien aktiv ist. Bremen war für das Unternehmen erste Wahl, um hier in direkter Nähe zu Spitzenforschungsinstituten wie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI oder den meereswissenschaftlichen Instituten wie MARUM oder dem Alfred-Wegener-Institut zu sitzen.

Eco Medical Deutschland GmbH

Ein in Deutschland eher unbekanntes Verfahren, um Krebsleiden, Krampfadern oder Schilddrüsenknoten zu bekämpfen, möchte ECO Medical etablieren. Das chinesische Technologieunternehmen entwickelt Geräte zur Mikrowellen-Ablation. Damit lassen sich schonend und zielgenau schädliche Gewebe behandeln. Nach dem Start Anfang 2022 in Deutschland konnte das Unternehmen im Laufe des Jahres erste Angestellte gewinnen und sucht derzeit noch nach weiterem Personal. Denn die Nachfrage nach der neuen Therapieform ist hoch und Ärztinnen und Ärzte aus der DACH-Region haben viel Weiterbildungsbedarf.

CAE Flight School GmbH

Um die Ausbildung junger Pilotinnen und Piloten kümmert sich das kanadische Unternehmen CAE am Flughafen Bremen. Mit dem neuen Standort setzt der Konzern eine lange Ausbildungstradition fort. Bis zu 44 angehende Pilot:innen durchlaufen hier Theorie- und Praxiskurse, in erster Linie für die Bundeswehr. Fünf Leichtflugzeuge runden den praktischen Teil ab. Bremen sei Wunschstandort des Unternehmens gewesen, so CAE-Vizepräsident European Strategy, Niels Kröning.

Medizintechnik und Frau
Genau den richtigen Standort gefunden: ECO-Geschäftsführerin Ran Yin mit einem Mikrowellen-Ablations-System © WFB/Raveling

Veränderte Lieferketten und neue Themen

Mit der Neuausrichtung von Lieferketten und internationalen Handelsbeziehungen – etwa durch den Brexit – rückte Bremen als Handelsstandort 2022 wieder vermehrt ins Bewusstsein. Investitionen aus dem Vereinigten Königreich kamen etwa aus Nischengebieten und After-Sales Services, wie die Wartung, Vertrieb von Kränen sowie im Bereich der Windenergie- und Offshore-Dienstleistungen. Aus den USA gab es Aktivitäten im Ausbau der Europageschäfte, wie Geschäftsprozess-Outsourcing, IT-Dienstleistungen, Vertrieb von Softwareprogrammen.

Hinzu kommt ein hohes Interesse an Bremer Technologie-Schwerpunktthemen wie Wasserstoff, Additive Manufacturing, KI, Digitalisierung. „Führende Messen wie die Hydrogen Technology Expo und der International Astronautical Congress bringen viele Interessent:innen nach Bremen und sorgen dafür, dass die Stadt auf internationalen Landkarten auftaucht. Darauf wollen wir auch im aktuellen Jahr aufbauen“, so Gerber abschließend.

 

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