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5.12.2018 - Jann Raveling und Ben Endlich

10 kreative Jobs in Bremen

Kreativwirtschaft

Berufe in der Bremer Kreativwirtschaft

Die Kreativwirtschaft besteht aus vielen Teilbranchen – von Film, Radio und Zeitung über Werbung, Architektur, Design bis hin zu Games und Musik. Insgesamt gibt es elf Segmente und darin steckt viel mehr als nur „irgendwas mit Medien“. In Bremen zählen sich knapp 10.000 Menschen und mehr als 1.800 Betriebe zur Kreativwirtschaft. Manche davon angestellt, andere als Unternehmer oder als Freelancer tätig.

Was kann man also alles abseits ausgetretener Pfade machen? Diese Frage haben wir uns gestellt und nachgesehen, welche spannenden Kreativjobs es hier in Bremen gibt. Gefunden haben wir jede Menge selbstständige Kreative, die ihren Traum leben, ihre Vision verwirklichen wollen. Manche sind gerade erst gestartet, andere schon seit Jahren erfolgreich. Ein paar dieser besonderen Menschen stellen wir hier nun vor. Eines haben wir dabei gelernt: Kreative brauchen Mut und Durchhaltevermögen, wenn sie sich ihren eigenen Weg suchen!

1. Fliplance – Janine Lancker
Das Flipchart-Zeichnen zur Methode gemacht: Janine Lancker
Das Flipchart-Zeichnen zur Methode gemacht: Janine Lancker © Miklas Wrieden

Aus Meetings und Seminaren sind Flipcharts nicht mehr wegzudenken. Gedanken ordnen und visualisieren, das hilft bei eingefahrenen Situationen. Dass man damit auch Geld verdienen kann, beweist Janine Lancker. Sie hat sich mit fliplance selbstständig gemacht und zeichnet auf großen Veranstaltungen das, was andere diskutieren. Außerdem bringt sie in Workshops ihre Zeichenkunst anderen bei. Denn so können Angestellte selbst ihre Gedanken geordnet und anschaulich zu Papier bringen.

Wie Janine Lancker das geschafft hat, haben wir in unserem Artikel „Existenzgründung: Wenn Flipcharts mit den Kreativpiloten fliegen lernen“ zusammengefasst.

2. ZZZ – Daniel Schnier
Team ZZZ auf der Terrasse des WURST CASE von links nach rechts: Sarah Oßwald, Oliver Hasemann, Daniel Schnier und Anne Angenendt
Team ZZZ auf der Terrasse des WURST CASE von links nach rechts: Sarah Oßwald, Oliver Hasemann, Daniel Schnier und Anne Angenendt © Cathrin Eisenstein

Architekten bauen Häuser. Stimmt. Aber was, wenn da schon eins steht und keiner es kaufen will? Abreißen? Muss nicht sein! Die ZwischenZeitZentrale findet eine Verwendung, wenn alte Nutzer aus Gewerbeimmobilien ausziehen und keine neuen einziehen. Sie gibt Künstlern und Kreativen Raum zu günstigen Konditionen. Die Häuser werden weitergenutzt und verfallen nicht. Win-Win für alle. Daniel Schnier ist Architekt und Gründer der ZwischenZeitZentrale ZZZ und erzählt uns, wie das so funktioniert:

„Alles Wurst? Raum für Kreative in einer ehemaligen Wurstfabrik“

3. Majo Ussat – Urbanscreen
Das Urbanscreen-Team mit Majo Ussat (Mitte) und Til Bottterweck (da drüber)
Das Urbanscreen-Team mit Majo Ussat (Mitte) und Til Bottterweck (da drüber) © Urbanscreen

Bremer Künstler von internationalem Format - Geschaftsführer Majo Ussat und sein Team von Urbanscreen versetzen mit ihrer „projection art“ seit 2008 Menschen auf der ganzen Welt regelmäßig ins Staunen. Dabei wirft Urbanscreen im großen Stil Lichtprojektionen auf Fassaden oder andere freie Flächen im städtischen Raum und lässt so atemberaubende Bilder entstehen. So durfte man die Projektionen von Urbanscreen bereits auf berühmten Bauwerke wie der Sidney Opera oder dem Gasometer in Oberhausen bestaunen.

Mehr über die atemberaubenden Projektionen von Urbanscreen und Ussats Pläne auf den Mond zu projizieren lesen Sie bei der BAB.

4. BeamNG - Thomas Fischer
Thomas Fischer ist Informatiker und Geschäftsführer von BeamNG
Thomas Fischer ist Informatiker und Geschäftsführer von BeamNG © BeamNG GmbH

Computerspiele gehören zu den Unterhaltungsmedien unserer Zeit. BeamNG ist ein Bremer Videospiel – und noch viel mehr als das. Bei dem Crashsimulator mit internationaler Fangemeinde geht es um physisch akkurate Simulation und wird damit auch für die Autoindustrie interessant. Noch als Informatikstudent entwarf Thomas Fischer mit zwei Mitstreitern die Grundzüge von BeamNG – heute beschäftigt er 34 Mitarbeiter, davon 13 in Bremen.

Mehr dazu in unserem Artikel: "Erfolgreiches Computerspiel aus Bremen"

5. Luckywalls - Peter Stöcker
Luckywalls Graffiti
Luckywalls Graffiti © LuckWalls

Fassadenkunst mit Airbrush und Graffiti – das ist LuckyWalls! Peter Stöcker ist Mediendesigner und hat seine Liebe zum Graffiti zum Beruf gemacht. Heute sprüht er für Unternehmen oder Wohneigentümer großflächige Motive auf Außen- oder Innenfassaden, bis hin zum Hochhaus. Keine Wand ist zu groß. Die neuesten Werke lassen sich auf Instagram bestaunen. Oder bei einem Spaziergang durch Bremen. So gestaltet man seine Stadt nachhaltig.

Mehr zu der Fassadenkunst von Peter Stöcker finden Sie hier.

6. Huddy - Viktoria Theoharova
Auf den Leib geschneidert + Viktoria Theoharova ist Gründerin vom Start-up HUDDY
In ihrem Atelier näht Viktoria Theoharova Kapuzenpullover nach Maß. © WFB/Focke Strangmann

Wer kennt es nicht? Auf der Suche nach einem neuen Pullover wird das Shoppingerlebnis zur Tortur, weil einfach nichts passen will. Gegen das Verzweifeln beim Einkauf schafft eine Bremerin seit Januar 2018 Abhilfe. Als die Kostümdesignerin Viktoria Theoharova beim Weihnachtsshopping für ihren Bruder selber in die missliche Lage geriet, keinen passenden Kapuzenpullover zu finden, entschied sie sich kurzerhand dazu „Huddy“ zu gründen. „Huddy“ ist ein Atelier in der Bremer Neustadt, in dem sie für ihre Kunden Kapuzenpullover nach Maß schneidert – und so die Bremer in Zukunft vor dem weihnachtlichen Shoppingfrust bewahrt.

Alles über Theoharova und ihrem Kapuzenpullover-Atelier „Huddy“ beim Starthaus.

7. 3D Urnen – Peter Schwartz

Als dem Bremer Designer Peter Schwartz auf der Suche nach einer Möglichkeit die Einzigartigkeit von Personen im Produktdesign auszudrücken, der Zufall zur Hilfe kam, entstand die Idee für OPAL, einem Start-up, welches individuell geformte 3D Urnen produziert und diese über ausgewählte Bestattungsinstitute vertreibt. In dem das Start-up Daten wie Name, Geburts- und Sterbedatum in den dem 3D Druck zu Grunde liegenden Algorithmus einspeist, nimmt die daraus entstehende Urne eine ganz individuelle Form an. Diese soll die Einmaligkeit des Verstorbenen repräsentieren und den Hinterbliebenen so einen besonders würdevollen Abschied ermöglichen.

Mehr zu dieser einzigartigen Idee mit der Peter Schwartz Innovation in die Bestattungsbranche bringt, finden Sie hier.

8. Havengalerie - Dijana Nukic
Dijana Nukic vor ihrem Fotostudio für Porträtaufnahmen
Dijana Nukic vor ihrem Fotostudio für Porträtaufnahmen © WFB/Raveling

Um als Gründerin in der Kreativwirtschaft durchzustarten, gehört oft auch eine ganze Portion Mut dazu. Als Dijana Nukic sich 2008 mitten in der Finanzkrise und ohne eigenen Kundenstamm als Grafikdesignerin selbstständig macht, waren eine ganze Menge Hartnäckigkeit und Überwindungskraft im Spiel, die letzten Endes den Grundstein für ihre bis heute erfolgreich agierende Agentur, die „Havengalerie“, legten. Die Galerie ist zu einem kreativen Zentrum in Vegesack geworden, ist Galerie, Marketingagentur und Fotostudio in einem.

Mehr über die Geschichte von Dijana Nukic und der Havengalerie finden Sie hier.

9. Raumperle- Tascha Schnitzler
Tascha Schnitzler, Gründerin des Start-ups Raumperle
Tascha Schnitzler, Gründerin des Start-ups Raumperle © Daniela Buchholz

Oft steht und fällt ein gelungenes Event mit der Wahl der richtigen Location. Um Schweißausbrüche bei der Eventplanung in Zukunft zu vermeiden, hat Eventplanerin Tascha Schnitzler 2016 Raumperle gegründet. Ein Portal, über das Nutzerinnen und Nutzer die passende Räumlichkeit für ihr Event mieten können. Bisher in Bremen, Bremerhaven, Oldenburg, Hamburg und Frankfurt und in der Umgebung dieser Städte vertreten, hilft Schnitzler so die optimale Location für Events jeder Größenordnung zu vermitteln.

Lesen Sie hier mehr darüber wie Schnitzlers Unternehmen „Raumperle“ das Location-Booking vereinfacht.

10. Sven Hermann - Design Thinking
Ideengeber: Sven Hermann, im Hintergrund Weserholz-Initiatorin Paula Eickmann
Ideengeber: Sven Hermann, im Hintergrund Weserholz-Initiatorin Paula Eickmann © Alexander Fanslau

Kreativität benötigt die richtigen Arbeitsbedingungen. Um diese bereitzustellen, hat sich Innovationscoach Sven Hermann mit der Bremer Designwerkstatt Weserholz zusammengetan. Entstanden sind dabei Arbeitstische, die in ihrem Design optimal auf die kreativitätsfördernde Methoden wie das „Design Thinking“ zugeschnitten sind.

Mehr Informationen zur Methode des Design Thinking und den Design Thinking Arbeitstischen von Hermann und Weserholz finden Sie hier.


Und jetzt selbst mit einem Kreativunternehmen loslegen? Dann ist das Starthaus Bremen die beste Adresse!

Weitere Informationen zur Kreativwirtschaft und zu Unternehmensgründungen von Kreativen gibt es bei Anke Jacobj, +49 421 361 32050, anke.jacobj@wah.bremen.de

Was Kreative in Bremen sonst noch so machen, erfahren Sie auf unserer Übersichtsseite Kreativwirtschaft

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