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7.10.2019 -

Arbeiten und Wirtschaften im Einklang mit der Natur

Gewerbegebiete
Deutschlandweit einzigartiges Gewerbegebiet schafft Platz für die „Green Economy“
Für das Gewerbegebiet LUNE DELTA sind eine arbeitsplatznahe Krippe und Kita sowie Flächen für Sport und Erholung eingeplant. © BIS GmbH

Das 150 Hektar große Gewerbe- und Industriegebiet LUNE DELTA wird nach klaren Nachhaltigkeits- und Umweltschutzkriterien entwickelt. Die Rahmenbedingungen sind so gestaltet, dass Unternehmen dort international wettbewerbsfähig und zugleich umwelt- und sozialverträglich wirtschaften können. Das Projekt befindet sich in der Erschließungsplanung.

Bremerhaven geht neue Wege

2010 konnte Bremerhaven sein Stadtgebiet um fast ein Fünftel durch Gebietsübertragung von Niedersachsen vergrößern. Der Großteil wurde als ökologische Ausgleichsfläche für den Bau des Containerterminals CT4a ausgewiesen. Ein Teilbereich war für die gewerbliche Nutzung vorgesehen. Die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven legt nun Planungen vor, wie dieses 150 Hektar große Gebiet im Einklang mit dem benachbarten Naturschutzgebiet nachhaltig entwickelt und genutzt werden kann. „Das neue Gewerbe- und Industriegebiet LUNE DELTA zeigt in besonderer Weise wie wir wirtschaftliche, ökologische und soziale Ziele miteinander verknüpfen wollen. Nur auf diese Weise können wir die Herausforderungen des Klimawandels meistern und unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern“, erklärt Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz. Mit dem LUNE DELTA will Bremerhaven sowohl jungen als auch etablierten Unternehmen aus dem breiten Feld der Green Economy einen adäquaten Platz bieten. „Für das Areal werden verbindliche Nachhaltigkeitskriterien gelten“, betont Annette Schimmel, die das Projekt bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS Bremerhaven koordiniert. Für das LUNE DELTA ist eine Zertifizierung nach dem Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) geplant. Auf der Immobilienfachmesse Expo Real im Herbst 2019 in München wird die DGNB dem Projekt das Vorzertifikat verleihen.

Nachhaltig Wirtschaften hat Zukunft

Seit rund 20 Jahren zählt die Stadt zu den Pionieren in der Entwicklung und dem Anlagenbau für die erneuerbaren Energien. Führende wissenschaftliche Einrichtungen wie das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung oder das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES haben hier ihren Sitz. Zahlreiche Firmen vom mittelständischen Holzhändler über ein Vier-Sterne-Hotel bis zum führenden Tiefkühlkostproduzenten haben die ökonomische und ökologische Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit für sich erkannt und die notwendige Transformation zu einer ressourcen- und klimaschonenden Wirtschaftsweise vollzogen oder in Angriff genommen. „Da ist es naheliegend, dem Thema Green Economy auch ein eigenes Gewerbegebiet zu widmen“, ist die Projektleiterin überzeugt. Schließlich haben grüne Technologien ein enormes Potenzial: Nach Schätzungen des Bundesumweltministeriums wird sich der Umsatz deutscher Greentec-Firmen bis 2025 im Vergleich zu 2013 auf 740 Milliarden Euro verdoppeln.

Gute Rahmenbedingungen schaffen Wettbewerbsvorteile

Zu den besonderen Rahmenbedingungen des geplanten Industrie- und Gewerbegebietes zählt ein Versorgungskonzept, das auf erneuerbaren Energien beruht und Pilotprojekte mit Bezug zum Energiesystem der Zukunft möglich macht. Beispielsweise soll in der unmittelbaren Nachbarschaft Windstrom in grünen Wasserstoff umgewandelt werden, angedacht ist auch ein bundesweit bislang einzigartiges Testfeld für Elektrolyseure für die Wasserstoffherstellung. Im Innern des Gebiets wird eine zusammenhängende Grünfläche als Park hergestellt, in dem Gräben und Wasserflächen Niederschlagswasser aufnehmen und ein gemeinschaftlich genutzter Frei- und Erholungsraum entsteht. Ein Gründerzentrum mit Schwerpunkt Green Economy soll darüber hinaus eine Keimzelle für neue Formen des gemeinsamen und vernetzten Wirtschaftens sein, ergänzt um ein Gebietsmanagement, das Stoffströme lenkt und auf diese Weise hilft, Ressourcen und Kosten zu sparen.

Das LUNE DELTA wird von Beginn an als integraler Bestandteil der Lune Fluss-Landschaft geplant und entwickelt. © BIS GmbH

Bremerhavener Wissenschaftler freuen sich auf die neuen Nachbarn

Solche Prinzipien finden bereits heute die Anerkennung von Fachleuten. „Den Akteuren dort stellen wir unser Wissen gerne zur Verfügung. Außerdem sind wir offen für den Austausch sowie Kooperationen mit Unternehmen, die sich im LUNE DELTA ansiedeln“, sagt beispielsweise der Leiter des Fraunhofer IWES, Prof. Andreas Reuter. Umgesetzt werden soll das Projekt LUNE DELTA ab 2021. Dass sich jetzt bereits die ersten Interessenten melden, liegt auch an der Bandbreite der Ansiedlungsmöglichkeiten. Das Gebiet ist für Unternehmen aus nahezu allen grünen Branchen von der Energietechnik über die Logistik bis zu den Informationstechnologien und vielen weiteren Bereichen gedacht.

Attraktives Arbeitsumfeld für hochqualifizierte Beschäftigte

Auch das Innenleben im LUNE DELTA ist vielfältig: Car-Sharing-Angebote, gemeinsame Werkstät-ten, soziale Einrichtungen wie Kindertagesstätten und unmittelbare Naherholungs- und Freizeitan-gebote für die in dem Gebiet arbeitenden Menschen und die benachbarten Stadtteile gehören dazu. Annette Schimmel setzt darauf, dass sich mit diesem Angebot und der international renommierten Wissenschaftslandschaft in Bremerhaven auch Hightech-Firmen mit hochqualifizierten Beschäftigten für das LUNE DELTA gewinnen lassen: „Wir schaffen ein hoch attraktives Arbeitsumfeld, das gerade in Zeiten des Fachkräftemangels immer wichtiger wird.“

Ein Leuchtturmprojekt für die gesamte Bundesrepublik

„Das Land Bremen sieht in der Entwicklung des LUNE DELTA ein Leuchtturmprojekt, das weit über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus strahlt. Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten schon in der Planungsphase eng zusammen“, betont die Bremer Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling. Höchstes Lob kommt auch vom „Rat für nachhaltige Entwicklung“, einem Beratungsgremium mit Mandat der Bundesregierung. LUNE DELTA ist ein Paradebeispiel für die Quartiersentwicklung der Zukunft“, urteilt Ratsmitglied Prof. Wolfgang Schuster. Der frühere Stuttgarter Oberbürgermeister bescheinigt dem Projekt, gleich eine ganze Reihe der 17 von den Vereinten Nationen aufgestellten Nachhaltigkeitskriterien zu erfüllen. „Das macht das Vorhaben zu einem Leuchtturmprojekt für die gesamte Bundesrepublik“, so Schuster.

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