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2.2.2021 - Anna Kehl

Bremen wird neu: Wo die Corona-Krise zu innovativen Ideen führt

Aktionsprogramm Innenstadt

Aktionsprogramm Innenstadt vereint vielfältige Maßnahmen für die Bremer City

Die Sögestraße in der Bremer Innenstadt
Klassisches Shopping verlagert sich mehr und mehr ins Internet. Das Aktionsprogramm Innenstadt sorgt für neue Konzepte und vielfältige Nutzungen der Bremer City. © WFB/Jonas Ginter

„Bremen wird neu“ lautet das Motto für die Innenstadt: Ein Gemeinschaftsprojekt mit weitreichenden Maßnahmen soll kurzfristig für mehr Aufenthaltsqualität im Herzen der Hansestadt sorgen und die Bremer City gleichzeitig nachhaltig stärken. Auch die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) beteiligt sich an vielen Projekten und ist vom Senat mit der Umsetzung von Maßnahmen beauftragt. Welche das sind und worauf ihr euch in Bremen freuen dürft, haben wir hier für euch gesammelt. 

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind überall zu spüren – auch in Bremen. Zeitweise Schließungen von Gastronomie, Kultureinrichtungen und vielen weiteren Stätten bringen nicht nur Schaubühnen und Restaurants an ihre Grenzen. Auch und besonders der Einzelhandel kämpft gegen die Folgen der Pandemie. Waren Online-Riesen wie Amazon, Zalando und Co. bereits vor der Corona-Krise eine Herausforderung für lokale Geschäfte, zeigt sich spätestens jetzt die Dringlichkeit, mit der digitalen Welt mitzuhalten.

Deshalb hat Bremen kurzerhand das Aktionsprogramm Innenstadt aufgelegt. Bremer Institutionen und Senatsressorts arbeiten dafür eng zusammen und schaffen neue Perspektiven für die City: die Senatskanzlei, die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, die Senatorin für Klima, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau und der Senator für Kultur unter der Federführung von Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte. Der Beschluss zur Initiative fiel am 25. August 2020. Insgesamt zählt das Projekt über 30 Einzelmaßnahmen, die in der Vorlage des Senats nachgelesen werden können. Dabei geht es besonders um Lösungen, die schnell und unkompliziert umsetzbar sind – denn das Programm läuft nur bis Ende 2021.

Sechs Ziele stärken Bremen gegen die Folgen der Pandemie 

Was bedeutet das nun im Detail? Den Mittelpunkt des Programms bilden sechs Kernziele, von denen jedes verschiedene Einzelmaßnahmen mit sich bringt. Zunächst gilt es, eine höhere Aufenthaltsqualität rund um Altstadt, Wallanlagen und Bahnhofsvorstadt zu schaffen – zum Beispiel durch ein abgestimmtes Beleuchtungskonzept und freies WLAN. Eine attraktivere Innenstadt entsteht auch durch ihre vielfältige Nutzung, insbesondere der Ladenflächen. Außerdem zählen die Unterstützung der Immobilienwirtschaft und eine bessere Erreichbarkeit der Bremer City zu den Kernzielen – letztere setzt den Fokus vor allem auf die Martinistraße. Und weil die Initiative nur mit entsprechender Kommunikation auch weitreichend ankommt, wird nicht zuletzt das Marketing für die Innenstadt verstärkt und angepasst.

Das neue Bremen lädt auch dann zu einem Stadtbummel ein, wenn klassisches Shopping nicht mehr ganz oben auf der Liste steht. Trotzdem setzt das Aktionsprogramm nicht nur vor Ort an. Zusätzlich zu den vor-Ort-Maßnahmen sieht das Programm eine Verstärkung der Digitallotsen vor, die den Handel bei der Digitalisierung unterstützen. Für die Umsetzung stehen insgesamt mehr als dreizehn Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel stammen aus dem Bremen-Fonds für „kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Verhinderung struktureller Einbrüche in Wirtschaft und Gesellschaft“. So weit, so vielversprechend. Doch wie zu Beginn erwähnt, soll es hier nicht um jedes einzelne Vorhaben des Programms gehen. Wir stellen euch neun Maßnahmen für die Bremer City vor, bei denen die Wirtschaftsförderung Bremen Verantwortung übernimmt oder als Projektpartnerin beteiligt ist. 

Bremer Innenstadt erstrahlt in neuem Licht

Besonders zur dunklen Jahreszeit bleibt der Himmel oft grau und wolkenverhangen – da schafft eine entsprechende Beleuchtung Abhilfe. Zusätzlich zum weihnachtlichen Lichterzauber ist ein #1 neues Beleuchtungskonzept geplant, das ganzjährig für die entsprechende Wohlfühlatmosphäre in der Innenstadt sorgt. Das neue Konzept soll die bestehende Beleuchtung verstärken und sinnvoll ergänzen. So ist die City auch zu später Stunde gut ausgeleuchtet und vermittelt das Gefühl von Sicherheit bei nächtlichen Streifzügen.

Leerstehende Ladenflächen weichen innovativen Konzepten

Beim Stichwort Nutzungsvielfalt geht es unter anderem um einen #2 Concept-Store: ein Laden für die Innenstadt mit einer ungewöhnlichen, hochwertigen Kombination von nachhaltigen Sortimenten und Marken, Dienstleistungen und Produktion. Die WFB initiierte das Projekt, das möglichst verschiedene und innovative Ideen unter einem Dach vereinen soll. Nach einem erfolgreichen Aufruf an Immobilieneigentümer:innen und einem anschließenden Wettbewerb sind sowohl eine Ladenfläche, als auch die zukünftigen Mieterinnen und Mieter gefunden: Unter dem Namen ekofair zieht das erste Fairkaufhaus für Bremen in die Obernstraße. Ekofair kann nun für 13 Monate mietfrei mitten in der Innenstadt starten – die Anmietung der Ladenfläche übernimmt die WFB und unterstützt außerdem bei der Öffentlichkeitsarbeit und lokalen Vernetzung.

Sechs Männer mit stehen mit Abstand zueinander und Mund-Nasen-Schutz in einer hellen, leeren Ladenfläche.
An einem Strang für ein neues Konzept in der Bremer City: (v.l.n.r.) Erik Wankerl, ekofair, Staatsrat Sven Wiebe, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Alexander Ruddat, Ruddat Grundbesitz GmbH & Co. KG, Urs Siedentop, ekofair, Andreas Heyer, WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH und Felix Halder, ekofair, trafen sich zur Unterzeichung der Mietverträge auf der Ladenfläche, die demnächst Bremens erstes Fairkaufhaus beherbergen wird. © WFB / Frank Pusch

Ganz ähnlich sieht das Projekt #3 Pop-up-Stores aus: Auch hier mietet die WFB nach einem vorgeschalteten Immobilienaufruf leerstehende Immobilien an und schreibt diese in einem Wettbewerb zur mietfreien Nutzung an vielversprechende Konzepte aus. Feiner, aber zentraler Unterschied zum Concept-Store: Die Pop-up-Stores sind für eine kürzere Nutzungsdauer angelegt, und es werden kleinere Flächen bespielt. So werden freie Ladenflächen flexibel genutzt und die Bremer Innenstadt gewinnt neue, zukunftsweisende Angebote für sich. Zusätzlich bieten die Stores Raum für Veranstaltungen – vielfältige Nutzungen sind willkommen.

Geballte Markenkommunikation für die Bremer City

Damit die frischen Ideen und Konzepte für die Innenstadt weitreichend ankommen, kommuniziert die WFB auf allen denkbaren Kanälen: Print, Radio und großflächige Außenwerbung ergänzen Informationen zur Innenstadt in den Tourist-Informationen der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ). Zusätzlich betreuen Mitarbeitende der WFB Medienkooperationen und schalten im Rahmen einer #4 Marketingkampagne Werbung für die Innenstadt, die über Bremen und die Region hinaus strahlt.

Neben gezieltem Marketing für die Innenstadt sieht der Maßnahmenkatalog außerdem die Kommunikation des Aktionsprogramms selbst vor, Stichwort #5 „Overhead”. Zu diesem Zweck rief die WFB eine eigene Webseite ins Leben: www.bremenwirdneu.de. Auch auf der WFB-Webseite und auf Social Media stehen digitale Informationen zum Aktionsprogramm Innenstadt bereit. Wo wir gerade dabei sind: Auf Facebook, Instagram und Twitter vorbeizuschauen lohnt sich. 

Aktionsprogramm Innenstadt Lila-Pink-Gelb
© WFB / Bernstein

Zur verstärkten Markenkommunikation Bremens zählt auch ein #6 Besucher Informations- und Leitsystem, das nicht nur Gästen der Stadt, sondern auch Bremerinnen und Bremern künftig eine Vielfalt an Informationen und Buchungsmöglichkeiten bietet. Nach einer Machbarkeitsstudie unter Leitung der WFB geht es an die Umsetzung, bei der auch Anforderungen von Touristinnen und Touristen und der Barrierefreiheit berücksichtigt werden. 

Digitallotsen unterstützen den Einzelhandel in der Corona-Pandemie

2019 rief die WFB das #7 Projekt Digitallotse ins Leben: Ein Experte berät und unterstützt seither Einzelhandel, Touristikbranche und Gastronomie rund um Fragen zum Thema Digitalisierung. In kostenfreien Workshops lernen Unternehmerinnen und Unternehmer, worauf es in der digitalen Welt, etwa beim Aufbau eines Online-Shops oder im Umgang mit sozialen Medien ankommt. Durch die Corona-Pandemie ist der Digitalisierungsbedarf erheblich gestiegen – und so hat der Digitallotse im Rahmen des Aktionsprogramms personelle Unterstützung bekommen.

Immobilienwirtschaft raus aus der Krise

Befand sich der stationäre Handel auch vor Corona schon in der Krise, so hat die Pandemie diese Entwicklung noch einmal verstärkt. Die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in der Innenstadt sinkt, Mietniveaus müssen angepasst werden. Deshalb startet die WFB einen #8 immobilienwirtschaftlichen Dialog: Mitarbeitende der Wirtschaftsförderung entwickeln ein jährliches Veranstaltungsformat für Immobilieneigentümer:innen, bei dem aktuelle Trends thematisiert und gemeinsam Lösungen für eine zukunftsfähige Innenstadt präsentiert und diskutiert werden. Dazu wird auch eine spezielle immobilienwirtschaftliche Marktbeobachtung über die Entwicklung innerstädtischer Geschäftshäuser in Auftrag gegeben und den Eigentümerinnen und Eigentümern exklusiv im Rahmen des Dialoges vorgestellt.

Um nachhaltige Konzepte für die Bremer Innenstadt zu gewinnen, soll auch der inhabergeführte Einzelhandel besonders unterstützt werden. Im Rahmen des Aktionsprogramms sollen geeignete Fördermöglichkeiten angeboten werden, um Anreize für #9 neuartige Nutzungen zu setzen – zum Beispiel beim Ausbau einer Kinderspielecke, der Integration eines Ladencafés oder der Nutzung neuer technologischer Angebote und einer damit verbundenen Ladenumgestaltung. Die WFB erarbeitet für diesen Zweck geeignete Fördermöglichkeiten.


Einen Überblick über alle Maßnahmen des Aktionsprogramms Innenstadt gibt es hier.

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