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28.11.2022 - Annemarie Meyer

Bremen Ahoi! Maritimes Flair und Fischgenuss in der Hansestadt

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Die Bremer Höhepunkte der Deutschen Fisch-Genuss-Route

Die Alexander von Humboldt an der Schlachte
Majestätisch liegt die Alexander von Humboldt an der Schlachte © BTZ Bremer Touristik-Zentrale / Jonas Ginter

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Dieses Motto trifft auch auf Bremen zu, denn Fisch-Liebhaber:innen wie ich müssen nicht einmal bis an die Nordseeküste fahren, um leckeren Fisch serviert zu bekommen. Ob warme oder kalte Küche, ob klassische norddeutsche Küstenspezialitäten wie Scholle, fangfrische Krabben, Stinte oder Brataal bis hin zu modernen Fischkreationen und Meeresfrüchten – auch in Bremen ist mit Sicherheit für jede und jeden etwas dabei.

Seit Kurzem darf sich Bremen als Teil der Deutschen Fisch-Genuss-Route bezeichnen und reiht sich somit neben eine Handvoll norddeutscher Städte ein. Ziel der Route ist es, prägende Orte sowie ihre kulinarischen Höhepunkte und Sehenswürdigkeiten miteinander zu verbinden. Aber jetzt mal Butter bei die Fische, wo kann man in Bremen lecker Fisch essen? Um diese Frage zu beantworten, begebe ich mich auf Streifzug durch Bremen.

Kulinarische Höhepunkte – Fisch schlemmen in Bremen

Mein erster Halt führt mich – wie kann es anders sein – an die Schlachte, der Weserpromenade am einstigen Hafen Bremens. Auch heute noch reihen sich hier die (Segel-)Schiffe aneinander und versprühen einen Charme vergangener Zeiten. Kein Wunder, dass die Schlachte sich zu einer Flaniermeile entwickelt hat, auf der genüsslich geschlemmt werden kann. Ich setze mich kurz und genieße den Blick auf das historische Segelschiff Alexander von Humboldt, das auf eine lange, spannende Geschichte zurückblicken kann – wer kennt es noch aus der internationalen Beck’s Bier-Werbung? – und seit 2015 für Gäste aus aller Welt als Hotel und Restaurant dient. Von Mai bis September lädt außerdem der Kajenmarkt zu einem gemütlichen Bummel an der Schlachte ein, wo die Stände neben allerlei Leckereien auch Kunsthandwerk anbieten. Hier gibt es Hotelschiffe, Restaurantschiffe und die Möglichkeit, am Martinianleger auf Tour entlang der Weser zu gehen.

Fischteller und Bier
Fischplatte mit allerlei Delikatessen im Knurrhahn. © BTZ Bremer Touristik-Zentrale/Studio Banck

Als nächstes geht es für mich in die Innenstadt zum Knurrhahn, dem ältesten Fischrestaurant Bremens. Im gemütlichen Ambiente können Fischliebhaber:innen üppige Portionen leckerer Köstlichkeiten aus Meeren und Binnengewässern genießen. Von regionalen Fischgerichten bis hin zu modernen Fisch-Kreation gibt es alles, was das Fischfan-Herz begehrt. Hier probiere ich die Fischplatte mit gebratenem Lachs-, Steinbeißer- und Schollenfilet, einer Riesengarnele, frisch gebratenen Champignons, würzigen Kartoffelecken und Sauce Hollandaise. Sehr empfehlenswert!

Eine echte Institution ist das 1860 gegründete und somit Bremens älteste Fischfachgeschäft F.L. Bodes an der Bischofsnadel. Regelmäßig stehen hier die Kunden Schlange, um frische Muscheln, Lachs, Matjes oder Austern zu bekommen. Wer seinen Fisch schon fertig zubereitet bevorzugt, kann auch Fischbrötchen oder warme Fischgerichte bei F.L. Bodes bekommen. Ich habe heute Glück und kann direkt bestellen. Ich entscheide mich für den Klassiker, denn ein Backfisch geht immer. Mhmmm lecker!

Dat Fischhuus im Schnoor
Blick auf die schnuckeligen Gassen im Schnoor und auf die Fischtheke von „Dat Fischhuus“ © WFB / Annemarie Meyer

Mit vollem Magen mache ich mich auf zum nächsten Stopp: dem Schnoor. Mit seinen schmalen verwinkelten Gassen und Häusern ist er für viele der schönste Stadtteil Bremens. Früher war dieser Teil Bremens weniger beliebt, da das Schnoorviertel direkt am Ufer der Weser lag und regelmäßig geflutet wurde. Nasse Füße bekommt man hier heute nicht mehr und auch von dem einst maritimen Charakter ist wenig übriggeblieben, allerdings finden sich auch hier einige Adressen für leckeren Fisch, wie der Gasthof zum Kaiser Friedrich, das Beck’s im Schnoor, Dat Fischhuus oder Schröters Leib und Seele. Auch norddeutsche Seemannskost wie Labskaus kann man hier genießen.

Nun zieht es mich wieder an die Weser, denn der Osterdeich bietet sich herrlich für einen (Verdauungs-)spaziergang an. Unweit des Weserstadions hat vor Kurzem der bekannte Starkoch Steffen Henssler ein Restaurant eröffnet, das Ahoi. Hier trifft Fisch auf moderne Küche, weshalb sich auf der Speisekarte so einige interessante Gerichte finden. Ob Sushi-Bowls, Thunfisch-Burger, Lachssteak oder Fish’n’Chips – ich glaube, hier ist für jeden Fischgenuss was dabei.

Frau mit Fahrrad steht am Wasser
Sich bei einer Fahrradtour in der Bremer Überseestadt den Wind um die Nase wehen lassen. © Oliver Raatz

Mit dem Rad am Wasser entlang

Wem der Weg zum Osterdeich zu Fuß zu weit ist, dem empfehle ich, sich auf das Fahrrad zu schwingen. Norddeutschland ist einfach wunderbar flach, die Umgebung an der Weser herrlich grün und es gibt immer wieder Schiffe zu sehen. Bremen kann hervorragend radelnd erkundet werden, denn mit BIKE IT! verlaufen zahlreiche attraktive Radstrecken durch Stadt und Region, die durchgängig beschildert sind. Außerdem gibt es eine Navi-App, die einen auf fahrradfreundliche Routen hinweist und auch per Sprachfunktion leitet. Einmal mit dem Drahtesel unterwegs lohnt es sich, einen Abstecher in die Überseestadt zu machen. Hier befindet sich die Marina Europahafen, der perfekte Ort, um gen Sonnenuntergang zu radeln.

Ich schwinge mich wieder auf mein Rad und folge dem Rundweg der BIKE IT!-Vegesack-Runde. Stets am Wasser entlang und vorbei am Lemwerder Aussichtsturm, gelange ich in den Nordbremer Stadtteil Vegesack. Hier befinde ich mich nun auf dem Platz „Utkiek“ auf der „maritimen Meile“ – und der Name ist wirklich treffend für das, was es hier zu sehen gibt. Mein erster Blick fällt direkt auf einen riesigen „Torbogen“ aus Bronze. Genauer betrachtet besteht dieser aus zwei Teilen und stellt einen Walkiefer dar – ein Relikt vergangener Zeiten, als Vegesack noch ein wichtiger Stützpunkt für den Walfang war.

Direkt nebenan befindet sich der älteste künstlich angelegte Hafen Deutschland. Unter dem Namen „Museumshaven“ dient er heute als Anlegeplatz für historische Schiffe. Wer mag, macht einen Abstecher ins Vegesacker Geschichtenhaus. In kleinen Theaterszenen entführen hier Darsteller in die Hafenwelt des 19. Jahrhunderts. Als besonderer Höhepunkt findet jährlich das Internationale Festival Maritim im Sommer statt. Dann bietet ein buntes Programm allerlei (Shanty-)Musik, Geschichte und Kunst.

Wer sich in Vegesack stärken möchte, findet bei Goden Wind fangfrische Fischspezialitäten. Es ist zwar kein reines Fischrestaurant – ihr bekommt hier auch saisonale und regionale Gerichte – der Schwerpunkt liegt aber definitv auf der maritimen Küche. Rotbarsch, Forelle oder Nordeseescholle schmecken im Sommer besonders gut auf der schönen Terrasse des Hauses. Inmitten der Vegesacker Fußgängerzone gibt es beim Imbiss Kantjes – Fisch in Vegesack Fischbrötchen, Meeresfrüchte und wechselnde Fischgerichte wie Schollenfilet oder Backfisch. Als Stärkung nach der Radtour gibt es ein Fischbrötchen auf die Hand. Das schmeckt!

Museumshaven in Vegesack
Der Museumshaven in Vegesack – der älteste künstlich angelegte Hafen Deutschlands. © BTZ Bremer Touristik-Zentrale / Manuela Gangl

Genussufer – das neue Themenjahr 2023

Passenderweise dreht sich auch im nächsten Jahr in der Hansestadt alles um das Maritime. Ein klassisches Konzert mitten auf dem Wasser, ein historischer Kajenmarkt am Flussufer, ein kühles Getränk im Strandkorb oder eine bunte Pappbootregatta im Hafenbecken … Bremen widmet sein Themenjahr „Genussufer 2023 – Bremen am Wasser erleben“ verschiedensten Genüssen am, im und auf dem Wasser.

Die Fisch-Genuss-Route mit dem Wohnmobil erkunden

Fest steht, Bremen bietet allerlei leckere Fischspezialitäten, umgeben von einer wunderschönen Kulisse am Fluss. Kein Wunder, dass die Deutsche Fisch-Genuss-Route hier entlangführt.
Die Deutsche Fisch-Genuss-Route lässt sich übrigens auch sehr gut mit dem Wohnmobil, Van oder Bulli erkunden. Je nach Ausflugsziel kann ein Stellplatz in der Stadtmitte oder im Bremer Norden angefahren werden.

Bremens Camping-Stellplätze:

Die Bremer Stationen der Deutschen Fisch-Genuss-Route hat unsere studentische Mitarbeiterin Annemarie Meyer für uns getestet.

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