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16.6.2020 - Jann Raveling

Ein Jahr Unterstützung für soziale Unternehmen in Bremen

Start-ups

Social Impact Lab erleichtert mit dem Stipendium ChancenBilden den Start in Bremen

Social Impact Lab: Team
Dr. Uwe Wunder und Vera Pelzer, das Team vom Social Impact Lab Bremen © WFB/Jann Raveling

Soziale Unternehmen verbinden gesellschaftliches Engagement mit einer Geschäftstätigkeit. Sie handeln zum Wohle der Gesellschaft, engagieren sich in der Kinder- oder Jugendarbeit, im Klimaschutz oder für sozial Benachteiligte.

Für viele Sozialunternehmen ist die Eröffnung neuer Standorte dabei eine große Herausforderung, selbst wenn ihr Geschäftsmodell sehr gut funktioniert. Denn häufig sind sie auf ein existierendes Netzwerk vor Ort angewiesen, das ihnen Zugang zu Fördergeldern und Kooperationspartnern ermöglicht, das sie aber selten an den neuen Standorten vorfinden.

Auch Personal und Ressourcen sind – so wie bei der Ansiedlung herkömmlicher Unternehmen – häufige Baustellen. Die Potsdamer Social Impact gGmbH unterstützt Social Entrepreneurs mit Inkubationsprogrammen bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen und Gründung. Mit dem Social Impact Lab Bremen wurde im vergangenen Jahr ein neuer Ansatz entwickelt: Bereits etablierte Sozialunternehmen beim Wachstum („Skalierung“) in Bremen zu unterstützen.

Erfolgreiches Fazit nach einem Jahr in Bremen

2019 führte das Bremer Lab dabei erstmals das sogenannte ChancenBilden-Stipendium durch und versuchte sich genau an diesem Skalierungsansatz. Es beinhaltete Beratung und Wissen, aber auch Zugang zu Netzwerken Events und wichtigen Kontakten. Rund zehn Arbeitsplätze konnten so in Bremen geschaffen werden.

„Für uns war das vergangene Jahr ein einzigartiges Pilotprojekt, wir haben sehr viel positives Feedback erhalten und konnten tolle Organisationen für unser ChancenBilden-Stipendium gewinnen. Wir haben insgesamt sechs soziale Unternehmen beim Start in Bremen unterstützt“, zieht Vera Pelzer, stellvertretende Standortleitung vom Social Impact Lab Bremen, Bilanz.

Nachhaltig gegen Kinderarmut

Das Stipendienprogramm war dabei auf einen Themenkomplex beschränkt: Kinderarmut. „Kinder aus Bremer und Bremerhavener Familien sind laut Statistik doppelt so häufig auf Sozialleistungen angewiesen wie im Bundesdurchschnitt. Sie starten daher oft mit ungleichen Chancen ins Leben. Es gibt deutschlandweit bereits innovative und evaluierte Ansätze zur Förderung von Chancengerechtigkeit, deshalb haben wir in Abstimmung mit unseren Förderpartnern, der Fritz Hollweg Stiftung, hanseWasser und team neusta, den Skalierungsfokus ausgewählt,“ so Pelzer.

Sechs Unternehmen aus der Bundesrepublik bewarben sich auf das Stipendium und starteten oder erweiterten ihre Geschäfte in Bremen. Sie verfolgen unterschiedliche Ansätze zur Förderung von Chancengerechtigkeit. Etwa Bildungsprogrammen wie die GemüseAkademie (Sitz in Potsdam), Roots of Empathy (ursprünglich aus Kanada), Papilio (Augsburg) und Lilo Lausch (Frankfurt), Mentoring wie bei ROCK YOUR LIFE! (München) oder Ferienbetreuungsangeboten wie bei climb (Hamburg).

climb organisiert Lernferien. Kinder können spielerisch Neues entdecken und lernen.
climb organisiert Lernferien. Kinder können spielerisch Neues entdecken und lernen. © CLIMB

Strukturen im Sozialbereich aufbauen

Das Modell der lokalen Unterstützung bundesweit agierender Unternehmen habe sich dabei bewährt, so Pelzer. Denn im sozialen Bereich gebe es eine Vielzahl von Modellprojekten, die häufig für ein bis zwei Jahre bestehen, nach Ende der Projektförderung aber wieder verschwänden, da es an Trägerstrukturen mangele. Dabei gehe viel Wissen verloren.

„Es ist daher sinnvoll, deutschlandweit die erfolgreichsten Projekte in ihrer Verbreitung und Skalierung zu unterstützen und so nachhaltig aufzubauen. Dafür eignen sich unternehmerische Strukturen besonders. Das ist ein großer Vorteil von Sozialunternehmen gegenüber ehrenamtlichen Initiativen.“ Und noch einen weiteren Vorteil habe das Modell des Social Impact Labs Bremen: Unternehmen, die mitsamt ihrer Projektträger von außerhalb nach Bremen kämen, brächten zum Teil zusätzliches Geld in die Bremer Förderlandschaft.

Wirtschaftsförderung hilft dem Standort

Auch Thorsten Tendahl, Abteilungsleiter Akquisition und Projekte von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, sieht in der Arbeit des Social Impact Labs einen großen Erfolg: „Soziale Unternehmen an neuen Standorten anzusiedeln hat einen nachhaltigen Effekt – für das Unternehmen selbst, aber auch für die Region. Sie schaffen einen Mehrwert für das Land Bremen in vielfacher Hinsicht: Neue Arbeitsplätze, frische Ideen und die positiven Effekte der am Gemeinwohl orientierten Arbeit gehen Hand in Hand.“

Aus diesem Grund möchte die WFB die gute Arbeit des Labs auch in Zukunft fortsetzen. „Nach ersten Gesprächen mit dem Social Impact Lab Bremen sind wir gerade dabei einen strategischen Ansatz zu entwickeln, wie wir als Wirtschaftsförderung gezielt skalierungsfähige Sozialunternehmen nach Bremen locken können“, ergänzt Tamara Kassow, Projektleiterin Nationale Ansiedlung. „Wir sehen die Vorleistung des Social Impact Lab als große Chance, die Bremer Wirtschaft mit der Ansiedlung von Social Entrepreneurs zu beleben und noch innovativer zu machen“, so Kassow weiter.

Corona führt zu Verzögerung

An den sechs Firmen im Stipendium ist die Coronakrise nicht spurlos vorübergegangen. Alle Projekte arbeiten mit Kindern und Jugendlichen, viele im Kita- oder Schulumfeld. Die Schulschließungen und Einschränkungen erschweren die Arbeit. „Von Seiten der Förderer stießen sie dabei auf viel Kulanz, das erfreut uns und sichert den Fortbestand. Die Unternehmen hoffen natürlich darauf, mit Beginn der Rückkehr zur Normalität jetzt auch selbst wieder loslegen zu können“, erläutert Pelzer vom Social Impact Lab.

Gute Aussichten für die Zukunft

Das Bremer Social Impact Lab sieht in den kommenden Jahren eine verstärkte Nachfrage nach sozial verantwortungsvoll agierenden Unternehmen. „Die jüngeren Generationen haben heute ein Bedürfnis, Arbeit mit Sinnhaftigkeit zu verbinden und im Einklang mit den eigenen Werten zu leben. Profit steht nicht mehr unbedingt im Mittelpunkt eines Berufswunsches. Soziales Unternehmertum bietet da eine attraktive Perspektive“, denkt Pelzer.

Potenzial sieht sie nicht nur in der Ansiedlung von deutschlandweit agierenden Unternehmen, auch die Stärkung sozialer Unternehmensgründungen – sogenannte Social Startups – wäre für Bremen wünschenswert. Für die Zukunft hat sich das Bremer Social Impact Lab deshalb vorgenommen, auch im Hinblick auf soziale Gründungen aktiv zu werden. Außerdem planen sie ein Programm, bei dem etablierte Unternehmen Social Entrepreneurs über Patenschaften unterstützen. „Davon profitieren beide, denn Sozialunternehmen sind oft hochinnovativ – gemeinsam können so neue Ideen entstehen und Angestellte ihre Fähigkeiten ausbauen“, verspricht sich Pelzer positive Effekte auf beiden Seiten.

Foto Tamara Kassow

Tamara Kassow

Akquisition und Projekte

Projektleiterin nationale Ansiedlung

T +49 (0)421 9600-217

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