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Digitalisierung in wenigen Worten

Was ist Industrie 4.0?
Die Digitalisierung der Produktion stellte viele Unternehmen vor große Herausforderungen © WFB

Industrie 4.0 ist die Digitalisierung der Produktion. Soweit die Definition. Vernetzte Maschinen steuern sich selbstständig und intelligent. Aus Zentralsteuerung wird somit dezentrale Selbstoptimierung. Es ist der nächste Schritt zur Automatisierung von Fabriken, der Smart Factory. Roboter und Maschinen sind nicht länger bloße Automaten, die einen Arbeitsschritt millionenfach wiederholen – durch die Vernetzung von allen Produktionsprozessen entscheiden sie selbstständig, welches Bauteil welchen Weg durch die Produktion nimmt.

Und das ist nötig: Denn Konsumenten wollen seltener Massenprodukte, sondern Unikate, Losgröße 1. Ein individuelles Produkt, auf Wunsch des Kunden zusammengestellt, erfordert eine individuelle Produktion – die in Masse nur möglich ist, wenn die Fabrik Unikate produzieren kann. Die bei jedem Werkteil neu entscheidet, welchen Weg es nimmt und welcher Maschine es bearbeitet. Die Fabrik der Zukunft kann flexibel und schnell reagieren – und damit die Effizienz steigern, produziert wird nach realem Bedarf.

Digitalisierung heißt Vernetzung über Grenzen hinweg

Die Vernetzung – Digitalisierung – hängt eng mit dem Internet zusammen. Denn wenn die Produktion digitalisiert ist, müssen die Prozesse dahinter digital sein. Nicht nur im eigenen Unternehmen, auch bei den Lieferanten, Abnehmern und Nutzern. Informationen werden schnell ausgetauscht und sind jederzeit verfügbar sein – über das Internet. Gleichzeitig sammeln Unternehmen Datenmengen, mit denen sie Prozesse und Produkte optimieren, selbst lange nach Auslieferung an den Kunden. Maschinen und Werkteile verbinden sich zu Sensornetzwerken, die wiederum über das Internet ihren Zustand mitteilen.

Robotergestützte Automatisierung, internetfähige Maschinen, Big Data – vieles davon gibt es jetzt. Was neu ist, ist die unternehmensübergreifende Verfügbarkeit von Informationen über standardisierte Schnittstellen. Insellösungen gibt es nicht mehr. Daraus resultieren neue Geschäftsmodelle, die aus der Verfügbarkeit und Analyse von Daten erwachsen.

Arbeit 4.0: Auch die Arbeit verändert sich

Diese Entwicklung ist nicht auf die Maschinenhalle beschränkt. Mit der Digitalisierung entstehen neue Geschäftsprozesse in vielen Branchen, denen Unternehmen Rechnung tragen müssen, ob in der Verwaltung, dem Vertrieb oder dem Marketing. Und die Unternehmen vor große Herausforderungen stellen. Auch auf die Arbeitswelt wirkt sich die Industrie 4.0 aus. Einerseits ersetzt die zunehmende Vernetzung und Automatisierung Arbeitsplätze durch Roboter und Maschinen. Auf der anderen Seite steigen die Ansprüche an hoch qualifiziertem Personal sowie ihre Verfügbarkeit auf den Arbeitsmärkten. Dieser Entwicklung müssen Unternehmen rechtzeitig begegnen, gerade wegen des hohen Fachkräftebedarfs. Wissensarbeit gilt für die Zukunft als primärer Wertschöpfungsfaktor. Nur wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Lage sind, innerhalb der neuen Prozesse motiviert und kompetent zu agieren, heben Unterrnehmen alle Wertschöpfungspotentiale der Digitalisierung. Mehr dazu in unserem Interview mit Professor Sven Voelpel von der Jacobs University.

Kernherausforderungen der Digitalisierung sind:

  • Standardisierung von Schnittstellen
  • IT Sicherheit
  • Mensch-Roboter-Kommunikation
  • Individuelle Produktion bis zur Losgröße 1
  • Selbststeuernde Prozesse
  • Big Data – Optimierung der Prozesse durch Datenauswertung
  • Arbeit und Ausbildung in der Digitalisierung

Eine Plattform mit Antworten

Die Internetplattform Industrie 4.0 Bremen ist eine Antwort auf diese Herausforderungen. In Beispielen, Artikeln, Fotos, Videos, Interviews und Reportagen bietet sie einen Einblick in die Kompetenzen und Anstrengungen der Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen im Lande Bremen. Sie schaut hinter die Türen erfolgreicher Projekte und lüftet Geheimnisse. Wer in Bremen was macht, das lässt sich auf den Profilen herausfinden: Kurze Beschreibung und der richtige Ansprechpartner sind schnell zur Hand. Und der Veranstaltungskalender kennt alle wichtigen Termine in der Region. Die Plattform ist Nachschlagewerk und Schmökerstunde zugleich. Zentrale Fragen sind:

  • Wie gehen Unternehmen die Digitalisierung an?
  • Welche Ansprechpartner bieten Hilfe?
  • Was sind erfolgreiche Referenzbeispiele?
  • Welche Potenziale lassen sich mit Industrie 4.0 für ein Unternehmen erschließen?
  • Was wird die Umsetzung an Zeit, Geld und Personal kosten?

Ein Beispiel für eine praktische Hilfestellung ist etwa der Leitfaden Industrie 4.0, der nötige Veränderungsprozesse anschaulich erklärt.


Weitere Informationen zur Digitalisierung und zum Industrie-4.0-Kompetenzverbund gibt es bei Kai Stührenberg, Tel.: 0421 9600 325, kai.stührenberg [at] wfb-bremen.de

Welche Services die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH bei der Digitalisierung ihrers Unternehmens bietet, finden Sie auf der Übersichtsseite Digitalisierung.

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