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Der Geschäftsführer Muhammad-Farhan Aslam
Muhammad-Farhan Aslam, Geschäftsführer der Sigma Textil GmbH © WFB / Frank Pusch


Manchmal muss man aus den Fehlern anderer lernen und seinem Bauchgefühl vertrauen. Das dachte sich auch Muhammad-Farhan Aslam, als er das Geschäft seines Vaters übernahm. Er änderte nicht nur das Geschäftsmodell, sondern warf auch seine eigenen Pläne, nach England zu gehen, über den Haufen. Stattdessen blieb Aslam in Bremen. Diese Entscheidung war eine richtige von vielen.


Aslam hatte aus den Erfahrungen seines Vaters gelernt: 2002 hatte dieser die Sigma Textil GmbH in Bremen gegründet und Container mit Textilien aus Pakistan importiert. Die Stoffe wurden in der Hansestadt weiterverarbeitet und verkauft. „In Pakistan ist der Handschlag verbindlich, aber in Deutschland braucht man für alles etwas Schriftliches“, erzählt Aslam. „Als mein Vater an falsche Geschäftspartner geriet, verlor er viel Geld.“

„In Deutschland gibt es viel Bürokratie – aber es hat auch viele Vorteile, dass alles geregelt und schwarz auf weiß vereinbart wird.“

(Muhammad-Farhan Aslam, Geschäftsführer Sigma Textil GmbH)


Aslam kam 2007 von Pakistan mit dem einzigen Ziel nach Bremen, das Unternehmen seines Vaters abzuwickeln und nach England zu gehen. Aber: „Deutschland hat mir sehr gefallen“, so Aslam. „Also blieb ich in Bremen, habe Deutsch gelernt und meinen Führerschein gemacht – und dann ging es los.“

Mit neuem Geschäftsmodell zu mehr Erfolg

Aslam behielt Sigma Textil. Bremeninvest, die internationale Marke der Wirtschaftsförderung Bremen, unterstützte ihn in allen Belangen der Ansiedlung und half ihm das Geschäftsmodell zu ändern. Anstatt auf große Mengen in großen Containern zu setzen, wie sein Vater es jahrelang gemacht hatte, konzentrierte Aslam sich auf kleine Mengen mit einem gewissen „Extra“: Für Restaurants, Vereine und Verbände ließ er Schürzen und Caps in Pakistan anfertigen und besticken.

Model präsentiert besticktes T-Shirt
Beispiel für ein besticktes T-Shirt von Sigma Textil © Sigma Textil GmbH


Zuerst waren es kleine Auflagen von 100 oder 200 Stück, später folgten größere Aufträge mit 20.000 Stück. „Ich achte sehr auf hochwertige Qualität“, betont Aslam. „Meine Kunden wissen das. Inzwischen habe ich viele Stammkunden, auch namhafte Vereine, Brauereien und Restaurantketten.“ Ende 2015 schloss er seine Produktion in Pakistan. „Hochwertige Qualität ist auch in Pakistan nicht günstig. Dazu kommen die Kosten für die Luftfracht, denn viele Kunden erwarten eine kurzfristige Lieferung“, erklärt er. Zukünftig will Aslam Schürzen, Shirts und Caps in Bulgarien produzieren lassen. Dort nähen Mitarbeiter die Stoffe, die dann in Bremen veredelt werden.

Auf der Suche nach einem größeren Grundstück

Noch hat Aslam sein Büro und ein kleines Lager in der Faulenstraße 67 in Bremen. Mithilfe der Wirtschaftsförderung Bremen hat er kürzlich eine kleine Produktionsfläche in der Vahr gefunden. Hier besticken und bedrucken Mitarbeiter die in Bulgarien genähten Stoffe. Das Ziel von Aslam ist damit noch nicht erreicht. Am liebsten würde er auf einem 1.000 bis 2.000 Quadratmeter großen Grundstück bauen: Produktion, Lager, Büro und ein kleiner Laden in einem. Ein passender Standort fehlt aber noch. Bis Aslam diese Fläche zusammen mit der Wirtschaftsförderung Bremen findet, will er noch eine weitere kleine Fläche anmieten.

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