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Gestalter Haoyu Li eröffnet Büro in der Hansestadt und bringt norddeutsches Design ins Reich der Mitte

Designer Haoyu Li
Designer Haoyu Li kommt nach Bremen © WFB/Raveling

Der chinesische Designer Haoyu Li verbindet deutsche Design-Ausbildung mit chinesischer Geschäftstüchtigkeit. In Bremen eröffnet er jetzt ein Gestaltungsbüro. So will er chinesischen Produkten den Eintritt in den deutschen Markt erleichtern und deutsche Marken nach China bringen.

Die Stadt Shantou in der Provinz Guangdong, im Süden der Volksrepublik. Mit knapp einer Million Einwohnern im direkten Stadtgebiet und fünf Millionen in der Metropolregion ist die Hafenstadt für chinesische Verhältnisse ein beschauliches Plätzchen. Kein Wunder, dass Haoyu Li gerne Vergleiche zwischen der Millionenstadt und Bremen zieht. „Ich mag das Wasser, die Hafenstadt. Mir ist es nicht wichtig, in der größten Stadt zu wohnen, sondern dort, wo ich mich wohlfühle“, sagt er und meint sowohl Shantou als auch Bremen.

Hochschule für Künste idealer Ort, um Design zu studieren

An der Weser ein Bier mit Freunden trinken, die Hafenatmosphäre genießen – er fühlt sich wohl in Bremen, nennt die Hansestadt seine zweite Heimat. Und er erinnert sich gern zurück: Zwischen 2002 und 2006 studierte er in Bremen Integriertes Design an der Hochschule für Künste. Neben den Professoren Detlef Rahe und Oliver Niewiadomski lernte er die Designlegende Fritz Haase kennen. „Die Hochschule für Künste ist klein, aber das macht sie stark. Das Lehrpersonal betreute mich sehr gut. Die Professoren dort rieten mir, statt meinem ursprünglichen Wunsch Architektur, Design zu studieren. Das war goldrichtig“, sagt Li zurückblickend. An der Hochschule beschäftigte sich Li mit 3D-Design, Konstruktion und Geometrie und gewann mit seinen Arbeiten mehrere Designpreise.

Designpreis China
Für die Universität Shantou gestaltete Houyu Li diese Wettbewerbs-Trophäe © Haoyu Li

Zurück in China gründet er Designzentrum

Nach seiner Studium zog es Li wieder zurück nach China in seine Heimatstadt. Dort lernte er den Industriellen Li Ka Shing kennen, mit dessen Hilfe er das Cheung Kong Industrial Design Center gründete. Das Institut an der Universität Shantou beschäftigt mittlerweile 20 Mitarbeiter und befasst sich mit allen Designdisziplinen, vom Produkt- und Möbeldesign über 3D-Kunst bis hin zur Werbung und Verpackungsgestaltung. Als Professor für Design gibt Li dort sein deutsches Gestaltungswissen an chinesische Studierende weiter und berät Unternehmen in Gestaltungsfragen. Neben vielen chinesischen Kunden gewann Li durch seine Kontakte auch den deutschen Glashersteller Zenkade für sich. Für das Frankfurter Unternehmen gestaltete Li das Verpackungsdesign und den Markenauftritt von Smartphone-Schutzgläsern für den chinesischen Markt. Eine wertvolle Zusammenarbeit für die Deutschen, Li kennt den chinesischen Markt und die Gewohnheiten der Käufer dort. „Deutsche Produkte haben einen sehr guten Ruf. Wenn man das auf der Verpackung kommuniziert, indem man zum Beispiel eine deutsche Flagge abbildet, gewinnt man leicht Kunden“, so der 41-jährige.

Werbeanzeige Zenkade
Entwurf einer Werbeanzeige für den Schutzglashersteller Zenkade für den chinesischen Markt © Haoyu Li

Deutsches Design für China – aus Bremen

Mit seiner Firma „Haoyu Li Design“ bietet er sein länder- und kulturübergreifendes Wissen deutschen Unternehmen an. Er ist dazu mit einem Tochterunternehmen zurück nach Bremen gekommen, um alte Verbindungen aufzunehmen – und um sich gleich wieder heimisch zu fühlen. „Deutschland ist für seine Technik, für den Maschinenbau und Autos bekannt. Aber auch deutsches Design ist weltklasse und stößt im chinesischen Markt auf große Resonanz. Darum möchte ich Unternehmen helfen, ihre Produkte nach China zu bringen. Mit der richtigen Verpackung und Gestaltung, welche die Konsumenten vor Ort anspricht“, so Li. In Bremen genießt er die sprichwörtlichen kurzen Wege, nicht nur zu seinen alten Studienkollegen, sondern auch zu Behörden. Die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH unterstützt Li in allen Belangen der Ansiedlung und hilft bei der Suche nach geeigneten Räumen. Sein Büro möchte er Anfang 2017 offiziell eröffnen.

Installation Messe
Messestand auf der Marine Organism & Exploration Equipment Exhibition © Haoyu Li

Chinesische Produkte für den deutschen Markt

Der Designprofessor der Universität Shantou, der zudem als Gastdozent an der Universität Dessau lehrt, will ebenso in die umgekehrte Richtung arbeiten. „Chinesische Produkte haben mittlerweile eine hohe Qualität und chinesische Unternehmen die finanziellen Mittel und das Interesse, diese Produkte nach Europa zu bringen“, erläutert er. Leider wüssten viele Unternehmen jedoch nicht, wie sie ihre Produkte richtig kommunizieren und verbreiten könnten, es fehle an Erfahrung. Hier hilft Haoyu Li chinesischen Herstellern, ihre Produkte so zu gestalten, dass sie auf dem deutschen Markt ankommen. Ob im Produktdesign, bei der Gestaltung eines Markenauftritts oder dem Entwurf von Werbemitteln. „Für Deutschland und China ist es wichtig, mit neuen Ideen und Kulturen aus anderen Ländern in Kontakt zu kommen. Da schlage ich die Brücke zwischen beiden Ländern“, verspricht Li.


Wie sich ein chinesisches Handelsunternehmen in Bremen erfolgreich ansiedelt, können Sie im Artikel "Mit LED erfolgreich von China nach Bremen" über die Barite International GmbH nachlesen.


Weitere Informationen zur Kreativwirtschaft und zu Unternehmensgründungen von Kreativen gibt es bei Kai Stührenberg, Tel.: 0421 9600 325, kai.stuehrenberg@wfb-bremen.de

Was Kreative in Bremen sonst noch so machen, erfahren Sie auf der Übersichtsseite Kreativwirtschaft.


Ansprechperson für internationale Ansiedlungen in Bremen ist Andreas Gerber, Tel. 0421 9600 123, andreas.gerber@wfb-bremen.de.

Informationen zum Thema „Bremen international“ finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

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