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Janine Lancker lehrt mit fliplance, Gedanken zu Papier zu bringen

Janine Lancker mit Flipchart
Das Flipchart-Zeichnen zur Methode gemacht: Janine Lancker © Miklas Wrieden

Die Situation kennt wohl jeder: später Nachmittag, zwei Stunden im Meeting sind rum, die Kaffeekanne ist leer, die meisten Köpfe auch. Die Diskussion dreht sich im Kreis und Ergebnisse rücken in weite Ferne. Aber das muss nicht sein – schon gar nicht, wenn Janine Lancker dabei ist. Die Bremerin ist Expertin im Graphic Recording, sie zeichnet an Papiertafeln in bunten Bildern, was am Tisch diskutiert wird. Das hilft allen Anwesenden, denn es ordnet die Gedanken und fasst das zusammen, was wirklich wichtig ist.

Ihr Wissen gibt sie gerne weiter. In Kursen unterrichtet sie, wie man Gedanken richtig zu Papier bringt, so, dass auch andere etwas davon haben. Und nicht zur Brille greifen zu müssen, um Miniatur-Kritzeleien zu entziffern. „Der Fokus meiner Methode liegt darauf, die Wahrnehmung anderer Menschen zu aktivieren und ihre Aufmerksamkeit zu fokussieren“, so die Kulturwissenschaftlerin.

Ihre Liste von Referenzen ist lang – ob Sparkasse Bremen, Deutsches Rotes Kreuz oder Beiersdorf. Selbst große Konzerne stehen an, um ihren Mitarbeitern beizubringen, aus Redebeiträgen prägnante Grafiken zu zeichnen. Auch bei Kongressen oder auf Konferenzen ist sie dabei.

Seit 2001 ist das grafische Protokollieren ihr Steckenpferd. „Es hat mich schon im Studium fasziniert, wie Menschen auf ihre Umwelt reagieren. Zeichen und Symbole, Psychologie, aber auch Marketing – bei mir kommt vieles zusammen“, sagt sie. Es sollte noch acht Jahre dauern, bis aus der Leidenschaft ein Unternehmen wurde. Fliplance heißt es, 2009 gegründet.

Kreativpilotenprogramm hilft Janine Lancker, ihre Ideen zu verwirklichen

Ein Jahr später stieß sie dann auf das Kultur- und Kreativpilotenprogramm des u-instituts. Der Wettbewerb wurde 2010 zum ersten Mal ausgetragen – und Lancker wurde als eine von 32 Pilotinnen und Piloten unter 750 Bewerbenden ausgewählt.

Innovative Geschäftsideen und besonderem Unternehmergeist zu fördern, das ist der Gedanke hinter dem Programm:

Bestandteil der Auszeichnung zum Kultur- und Kreativpiloten sind ein Jahr lang Coachings und Workshops zu verschiedenen Themen – ob Unternehmensstrategie, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Akquise oder Marketing. All das, was junge Existenzgründer gut gebrauchen können. Auch Einzelcoachings gehören dazu.

Für Lancker eine hilfreiche Erfahrung. „Es hat sich für mich gelohnt, mitzumachen, auch, wenn ich mit meiner Idee schon ein Jahr zuvor gestartet war. Aus den Workshops habe ich viel mitgenommen und es war hilfreich zu sehen, mit welchen Ideen sich die anderen Mitstreiter beschäftigten.“ Im gleichen Jahr dabei: Eine Origamifalterin oder ein mobiles Kraftwerk, das Handys auf Festivals auflädt.

Für Christoph Backes, Initiator der Auszeichnung, geht es vor allem darum, zusammen mit kreativen Existenzgründern gute Ideen und Projekte voranzutreiben: „Mit der Auszeichnung Kultur- und Kreativpiloten fördern wir Kreativunternehmer und Gründer, die für ihre Idee brennen, die Wagnisse eingehen und neue Perspektiven schaffen. Wir stiften Aufmerksamkeit und schaffen mehr Sichtbarkeit für die Titelträger, die mit der Auszeichnung auch Teil eines bundesweiten Netzwerks kreativer Unternehmer werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sich dieses Netzwerk auch über das gemeinsame Jahr hinaus weiter unterstützt – das wird von vielen als der größte Mehrwert beschrieben.“

Keyvisual Kreativpiloten
Kreative Idee? Dann sind die Kultur- und Kreativpiloten die richtige Adresse für einen Start ins Business © Kultur- und Kreativpiloten/ u-institut

Aufmerksamkeit garantiert

So auch für Janine Lancker. Für sie sorgte die Auszeichnung der Bundesregierung, der Titel, für nachhaltigen Erfolg. „Noch heute werde ich auf Kongressen oder Konferenzen als Titelträgerin der Auszeichnung angekündigt, das zieht. Und ist auch sehr hilfreich bei der Neukundengewinnung – er verfolgt mich positiv, sozusagen.“

Unter den Pilotinnen und Piloten hat sich über die Jahre ein Netzwerk gebildet, auch nach Ende der einjährigen Auszeichnung treffen sich die „Ehemaligen“ noch und tauschen sich aus. „Der gegenseitige Austausch hilft vielen, man sieht, man ist nicht allein mit seinen Herausforderungen“, so Lancker.

Eine gute Idee - und ab geht's mit der Bewerbung

Sich zu bewerben ist einfach: Beschreibung des Unternehmens, der eigenen Person und ein kurzes Motivationsschreiben reichen aus – und wer will, kann auch einen kurzen Handyclip dazu geben. In der nächsten Phase wird es dann anspruchsvoller: Die 96 Bewerber werden zum Gespräch eingeladen und haben die Chance, die Jury noch einmal persönlich von sich und der eigenen Idee zu begeistern.

Wer dann gewinnt, darf sich Kreativpilot nennen. „Ich würde jedem raten, da mitzumachen“, ist auch Janine Lancker überzeugt.

Die nächste Bewerbungsphase startet voraussichtlich im Mai 2017.

Mehr Informationen: http://kultur-kreativpiloten.de/bewerbung/


Über das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft

Das Kultur- und Kreativpilotenprogramm wird im Namen der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft verliehen – ein Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Kultur- und Kreativpiloten Deutschland wird in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes durchgeführt. Das Kompetenzzentrum ist die zentrale Anlaufstelle der Kultur- und Kreativwirtschaft. Im Juni 2016 gestartet, ist es für den Wissenstransfer, die Vernetzung und die Kommunikation der Branche zuständig. Organisiert wird es vom u-institut. Das „Projektplanungsbüro für Innovationen“ zog Anfang 2016 von Bremen in die deutsche Hauptstadt.

Zentrales Anliegen der Initiative der Bundesregierung ist es, mit ihrem Wissen die Marktchancen der zahlreichen Klein- und Kleinstunternehmen zu verbessern, welche die Kreativwirtschaft prägen.


Weitere Informationen zu Kreativwirtschaft gibt es bei Kai Stührenberg, Tel.: 0421 9600 325, kai.stuehrenberg@wfb-bremen.de

Was Kreative in Bremen sonst noch so machen, erfahren Sie auf der Übersichtsseite Kreativwirtschaft


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