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Satellitenbilder helfen Landwirten in Entwicklungsländern. Auf Asteroiden wird nach Rohstoffen gebohrt. Auf der Internationalen Raumstation ISS wird in 3-D gedruckt. Das sind drei spannende Ideen – aber lassen sie sich tatsächlich umsetzen? Dieser Frage sind die rund 200 Teilnehmer des Disrupt Space Summit in Bremen nachgegangen. Zwei Tage lang haben sie Ideen laut gedacht, diskutiert, verworfen und weiter entwickelt. Dabei wurde deutlich: „Commercial Space“, ist auch in Bremen schon längst kein Fremdwort mehr.

Das Organisationsteam des "Disrupt Space Summit".
Die Organisatoren des "Disrupt Space Summit" (v.l.n.r.): Phillipe Cyr, Magni Johannsson und Izan Peris Marti. © WFB / Frank Pusch

Dabei hat „Commercial Space“, auch unter dem Begriff „New Space“ bekannt, mit der eigentlichen Raumfahrt kaum etwas zu tun. Unter diesem Thema versteht man vielmehr neue Geschäftsmodelle, bei denen Raumfahrttechnologien das Mittel zum Zweck sind, um einen konkreten Nutzen für Industrie oder Gesellschaft zu erzielen. Die WFB hat den "Disrupt Space Summit" in Bremen unterstützt, ist die Stadt an der Weser doch gerade dabei, als Standort für Start-ups im bundesweiten Vergleich ordentlich aufzuholen. Das Umfeld im Bereich Raumfahrt stimmt auch: Mit OHB und Airbus Defence and Space gibt es direkte Andockpunkte vor Ort, noch dazu mit engen Verbindungen beispielsweise zur ESA.

Ein Event für alle: Start-ups, Entscheidungsträger und Investoren

Das "Disrupt Space Summit" nahm Aufgabenstellungen der großen Raumfahrtunternehmen auf und lud hochrangige Vertreter aufs Podium ein, aber im Fokus standen die jungen Akteure, ihr Know-how, ihre Neugier, ihre Kreativität. Das Event brachte die nächste Generation von Raumfahrtunternehmern mit Entscheidungsträgern und Investoren zusammen, gemeinsam gingen sie auf die Suche nach Lösungen für die aktuellen Herausforderungen von Industrie und Gesellschaft. Die einen haben die Ideen, die anderen das Geld – nur gemeinsam können sie diese Idee zu einem marktreifen Produkt entwickeln, das eines Tages auch den erhofften Gewinn abwirft.

DSI: Bergbau auf Asteroiden

Beispiel Deep Space Industries (DSI) mit Sitz in Luxemburg: Das Start-up wurde 2013 gegründet und ist – salopp formuliert – ein Bergbauunternehmen für Asteroiden. Das Gründerteam um den Amerikaner Daniel Faber plant, ab 2023 Metall und Wasser auf Asteroiden abzubauen, um damit die Ressourcen auf der Erde zu schonen. Auf dem "Disrupt Space Summit" präsentierte Faber Unternehmen und Idee und konnte damit die Investoren-Jury überzeugen. Unter anderem darf DSI nun an einer offiziellen Delegationsreise der Bremer Raumfahrtindustrie unter der Leitung von Wirtschaftssenator Martin Günthner ins amerikanische Silicon Valley teilnehmen.

Fortsetzung des StartupWeekend Space

Apropos Ideen und ihre Umsetzung: Mit dem "Disrupt Space Summit" wird das erste und sehr erfolgreiche Europäische "StartupWeekend Space" fortgesetzt. Dieses fand im April 2015 in Bremen (zeitgleich mit einem Partner-Event in Shanghai) statt. Insgesamt kamen 80 Teilnehmer aus 18 Nationen. Sie entwickelten in Teams und innerhalb von 60 Stunden Ideen und Start-up-Konzepte für die Raumfahrt. Zurzeit arbeiten mehrere Teams an der Marktreife ihrer Geschäftsideen.

Organisationsteam mit Leidenschaft

Eins davon ist die Space Products and Innovation UG. Das vierköpfige internationale Team hat einen Universaladapter entworfen, mit dem eine Vielzahl von Nutzlasten mit jeder Art von Satellitenbussystem verbunden werden kann. Zurzeit wird der Adapter weiter entwickelt, um ihn zu produzieren. Zum Team gehört auch Philippe Cyr, der in diesem Jahr den "Disrupt Space Summit" zusammen mit Magni Johannsson und Izan Peris Marti gegründet und organisiert hat. „An dem Gipfel nehmen Menschen mit Expertenwissen in verschiedenen Bereichen, einer Leidenschaft für fortschreitende Innovation und dem Willen zu handeln teil. In dieser Atmosphäre können aktuelle und zukünftige Entrepreneure viel von Entscheidungsträgern lernen und umgekehrt“, sagt Cyr.

Interaktives Veranstaltungskonzept

„Der Disrupt Space Summit mit unserem interaktiven Veranstaltungskonzept ist ein perfekter Ort, um innovative Geschäftsideen für Raumfahrttechnologien zu entwickeln“, ergänzt Mitorganisator Magni Johannsson. Neben Workshops und Podiumsdiskussionen bot die zweitägige Veranstaltung einen Wettbewerb: Die Teilnehmer konnten eine von mehreren Nachhaltigkeits- oder Industrieherausforderungen wählen, in insgesamt 15 Teams mit jeweils zwei bis fünf Teilnehmern und mit der Unterstützung von Mentoren haben sie innerhalb von 24 Stunden ein Geschäftsmodell zum Lösen der Herausforderung entwickelt.


„Die Ergebnisse haben gezeigt, welch großes Potenzial in Raumfahrttechnologien steckt“, sagt Claudia Kessler, CEO von HE Space und Mentorin des "Disrupt Space Summit". „Es war ein tolles Event, bei dem sich Bremen als dynamischer Standort für Start-ups und lebendige Plattform für die Commercial Space Kommerzielle Raumfahrt präsentiert hat. Bremen ist dabei, sich als ein Anziehungspunkt für Raumfahrt-Start-ups zu etablieren. Auf dem Summit war ganz klar ein Silicon-Valley-Spirit zu spüren, der jetzt mit Folgeevents bis zum IAC 2018 erhalten bleiben wird.“


Weitere Informationen zur Start-up-Szene in Bremen gibt es bei Barbara Cembella, Tel.: 0421 9600 340, barbara.cembella@wfb-bremen.de.

Informationen zum Luft- und Raumfahrtstandort Bremen finden Sie hier.


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