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28.5.2018 - Diana Bluhm

Wissenschaft in Bremen: forschen und leben an der Weser

Wissenschaft

Forscherinnen und Forscher über den Wissenschaftsstandort Bremen

Wissenschaftsstandort Bremen
In Bremen lässt es sich gut leben und forschen - unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erzählen, warum das so ist © WFB/BRASILHAUS

In den Bremer Hochschulen und Forschungsinstituten arbeiten viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Wir haben einige von Ihnen befragt und die Interviews im Stadtportal bremen.de veröffentlicht. Immer zum Monatsanfang finden Sie hier ein neues Porträt. Lesen Sie in diesem Artikel einige der interessanten, spannenden und auch lustigen Antworten.

Den Traum, zu forschen und Neues zu entwickeln, haben viele Kinder und Jugendliche. Einige Erwachsene erfüllen sich diesen Traum und leisten mit ihrer Arbeit Großartiges für die Gesellschaft. So erkundet zum Beispiel Dr. Marco Scharringhausen beim DLR-Institut für Raumfahrtsysteme das Weltall, um mehr über die Entstehung der Erde und damit den Klimawandel herauszufinden. Dr. Juliane Müller arbeitet am Alfred-Wegener-Institut im Helmholtz-Zentrum in der Polar- und Meeresforschung. Sie ist überzeugt, dass ihre Untersuchungen zu den Klimaveränderungen dazu beitragen, dem Klimawandel mit konkreten Handlungsstrategien zu begegnen. Dr. Sebastian Ferse vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung hat ein ähnliches Ziel vor Augen: „Durch meine Forschung zur Funktion von Riffen und dem Zusammenhang zwischen dem Zustand von Riffen und deren Nutzung durch den Menschen, leiste ich einen konkreten Beitrag zur nachhaltigen Nutzung dieses einmaligen Ökosystems.“

Auch der technische Fortschritt ist ein bedeutender Teil der hiesigen Wissenschaft. So entwickelt Nadine Rehfeld am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung energieeffiziente Systeme, durch die zum Beispiel Flugzeugflügel nicht vereisen. Prof. Dr. Rolf Drechsler ermöglicht durch seine Arbeit am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, dass wir den komplexen Systemen der Micro-Chips in unseren Smartphones und Autos auch zukünftig vertrauen können.

Wissenschaftsstandort Bremen
Dr. Sebastian Ferse trägt mit seiner Forschung über die Funktion der Riffe zur Nachhaltigkeit bei. © WFB/Jonas Ginter

Forschende aus aller Welt im kleinsten Bundesland Deutschlands

Nicht alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind gebürtig aus Bremen. Auf unsere Fragen, woher sie kommen und wie sie hier gestrandet sind, gab es überraschende Antworten. Prof. Dr. Sonia Lippke lehrt und forscht an der Jacobs University Bremen. Sie wuchs in Mexiko, Spanien und Göttingen auf, nahm dann einen Umweg über Berlin, Kanada und die Niederlande, um 2011 in Bremen anzukommen. Prof. Dr. Juliana Keiko Sagawa ist gebürtige Brasilianerin und wollte in ihrem Forschungsschwerpunkt weiter arbeiten: „Ich habe herausgefunden, dass die Deutschsprachschule in Brasilien, die ich damals besucht hatte, ein Austauschprogramm mit einer Sprachschule hier in Bremen hat. Für mich war das ein positiver Zufall. Im Januar 2015 war ich dann für einen Monat in Bremen und hatte neben einem Deutsch-Intensivkurs auch eine Forschungsbesprechung im BIBA und mit jemandem vom Bremen Research Cluster for Dynamics in Logistics der Uni Bremen.“ Sie arbeitete als Gastwissenschaftlerin sowohl am BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH als auch im Forschungsverbund LogDynamics an der Universität Bremen.

Einige der Wissenschaftler kamen auch aus anderen Bundesländern nach Bremen, um entweder an einer der Hochschulen zu unterrichten oder zu studieren. Dr. Martin Sippel kam 2008 vom DLR in Köln zum neuen Institut für Raumfahrtsysteme in die Hansestadt.

Wissenschaftsstandort Bremen
Von Brasilien nach Bremen: Prof. Dr. Juliana Keiko Sagawa arbeitete am BIBA und an der Uni Bremen © WFB/Jonas Ginter

Die Fahrradstadt Deutschlands

Bremen ist bekannt als „Stadt der kurzen Wege“ und eine der größten Fahrradstädte Deutschlands. Wie bewegen sich die Wissenschaftler durch die Straßen der Stadt? Natürlich mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Viele nutzen auch den Bus oder die Straßenbahn, gerade zwischen Uni, Innenstadt und Flughafen – Stationen, die praktischerweise alle von der Linie 6 angefahren werden. Prof. Dr. Lippke nimmt sogar manchmal die Fähre, um von einer Weserseite auf die andere zu kommen. Einige nutzen auch, gerade bei „Schietwetter“, das Auto. Nicht so Prof. Dr. Peter Schmidt, Professor an der Hochschule Bremen und tätig am Institut markt.forschung.kultur: „Immer mit dem Fahrrad. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unzweckmäßige Kleidung. Es ist wunderbar, jeden Tag über den Domshof fahren zu dürfen und mittendrin zu sein in dieser Stadt.“

In Bremen so beliebt wie in sonst keiner deutschen Großstadt: das Fahrrad als Fortbewegungsmittel
In Bremen so beliebt wie in sonst keiner deutschen Großstadt: das Fahrrad als Fortbewegungsmittel © privat/Foto:jua

Bremen: hervorragend für die Wissenschaft aufgestellt

Die vielen Zugezogenen bleiben hier, lassen sich nieder, bauen ein Netzwerk auf. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schätzen unterschiedliche Aspekte am Standort Bremen. Ferse und Müller loben beide die Kompetenzen der Standorte Bremen und Bremerhaven in den Feldern der Meeres- und Klimawissenschaften. Für Scharringhausen und Sippel ist die große Gemeinschaft der Raumfahrtforschung vor Ort ausschlaggebend. Bremen sei die deutsche Hauptstadt der Raumfahrt mit vielen Unternehmen und Institutionen. Hervorzuheben sei außerdem die Vernetzung mit der Bremer Uni. Prof. Dr. Andreas Hepp ist Sprecher des Zentrums für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) an der Uni: „Das besondere an der Universität Bremen ist die Offenheit, die Interessiertheit vieler innovativer Kolleginnen und Kollegen an anstehenden Problemen und die große Dynamik in der Forschung. Ich kenne in Deutschland keine Universität, an der man so flexibel forschen kann und dabei so umfassend und konstruktiv unterstützt wird. Das hält hier.“ Drechsler erfreut die „Hier geht was“-Mentalität in Bremen.

Andere Forscherinnen und Forscher heben besonders die Internationalität des kleinsten Bundeslandes hervor. Schmidt lobt das Angebot der „Double Degree“-Studiengänge an der Hochschule Bremen. Den Bachelor sowohl in Bremen als auch an einer Partnerhochschule absolvieren zu können, sei „eine tolle interkulturelle Erfahrung für die Studierenden.“ Auch die internationale Jacobs University zieht Studierende aus aller Welt nach Bremen, weiß Lippke. Es gäbe ihr das Gefühl, sie hätten „die Erdbevölkerung auf unserem kleinen Campus – mit ihren sehr unterschiedlichen Gruppen und alltäglichen Herausforderungen bei der globalisierten und internationalen Zusammenarbeit.“

Wissenschaftsstandort Bremen
Prof. Dr. Sonia Lippke freut sich über die Internationalität am Campus der Jacobs University Bremen. © WFB/Jonas Ginter

Nach der Arbeit den Kopf abschalten

Bei so viel Forschung darf aber auch die Entspannung nicht zu kurz kommen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzen unterschiedliche Hobbies und Methoden, um den Kopf wieder frei zu kriegen. Allen voran: die Familie. Gerade Kinder bringen die Gedanken schnell weg von der Arbeit und hin zur Freizeit. Auch Sport lenkt schnell ab, ob selbst beim Joggen, Handball und Tennis oder beim Besuch eines Werder-Spiels im Weserstadion. Weitere Hobbies der Forschenden: Klavierspielen, Bücher lesen und ausgedehnte Spaziergänge durch das grüne Bremen. Ein ausgefallenes Hobby hat Müller: „Ich habe vor einigen Jahren mit dem Bogenschießen begonnen. Das ist eine wunderbare Möglichkeit, alles andere auszublenden.“

Weserstadion am Fluss
Eine der am idyllischsten gelegenen Spielstätten der Welt: Das Weserstadion © WFB / Thomas Hellmann

Tipps für Zugezogene

Da die meisten der Befragten selbst zugezogen sind, haben sie viele Tipps, wo Nachwuchwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in Bremen und Bremerhaven wohnen und hingehen sollten. Zum Wohnort raten die meisten den Neu-Bremern einen zentralen Ort in Wesernähe, wie das Viertel oder die Neustadt. „Hier ist immer was los und die Vielfalt am größten“, sagt Rehfeld. Für ein leckeres Essen empfehlen sie zum Beispiel das El Presidente, Medoo und Jackie Su in Bremen sowie die urigen Fischrestaurants im Fischereihafen in Bremerhaven. Bei schönem Wetter genießen sie einen Spaziergang durch den Bürgerpark, die Wallanlagen oder das Blockland. Für kulturell Interessierte oder Feierlustige empfehlen die Wissenschaftler unter anderem das Loft, das Kito in Bremen-Nord, die Glocke sowie den Pferdestall und das Stadttheater in Bremerhaven.

Ischa Freimaak! Wie sähe Ihr Forschungsstand aus?

Die fünfte Jahreszeit in Bremen bringt eines der ältesten Volksfeste Deutschlands: den Freimarkt. Wie sähe ein Stand auf dem Freimarkt aus, wenn die Forscher damit Ihre Arbeit erklären sollten? Eine schwierige Frage, die viele kreative Antworten hervorbringt. Scharringhausen vom DLR stellt sich eine Geisterbahn vor, die das Sonnensystem darstellt. Sein Kollege Sippel würde einen Raumflugsimulator aufbauen. Rehfeld würde einen Vereisungs-Windkanal wählen, Ferse vom ZMT ein großes Riffaquarium. Auch von einem Puppenspiel mit Schweinehund ist die Rede. Also kreativ sind unsere Wissenschaftler auf jeden Fall.

Im Stadtportal Bremen.de lesen Sie die kompletten Interviews dieser und weiterer Forscherinnen und Forscher. 


Haben Sie Fragen zur Reihe „Wissenschaft persönlich“? Dann hilft Ihnen gern Marlis Torka, Projektleiterin bei der WFB weiter: Marlis.Torka@wfb-bremen.de, Tel. 0421 9600-523.

Im Raumfahrtjahr Bremen werden 2018 ausschließlich Raumfahrtexpertinnen und -experten porträtiert. Eine Gesamtübersicht finden Sie auf bremen.de auf der Seite „Raumfahrt persönlich“.


Wie Dr. Christine Heinicke ein Habitat für das geplante „Moon Village“ entwickelt, können Sie in diesem Artikel lesen.

In diesem Artikel erzählen wir Ihnen, wie die Uni Bremen ab sofort Spezialisten für Weltraumforschung und -technik ausbildet.


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