+49 (0) 421 9600-10
Informationen zur Barrierefreiheitserklärung in leichter SpracheInformationen zur Barrierefreiheitserklärung in leichter Sprache
2.4.2019 - Jann Raveling

Wie ein Libyer von Bremen aus in Europa durchstarten will

Internationales

Export nach Libyen: Die Samawat GmbH

Tamim Fannoush (mi.) mit Geschäftspartner Hauke Weidemann (li.) und Karin Noetzel, Bremeninvest
In Bremen angekommen: Tamim Fannoush (mi.) mit Geschäftspartner Hauke Weidemann (li.) und Karin Noetzel, Bremeninvest (re.) © Frank Pusch

Dass ein Libyer nach Bremen kommt, um hier ein Unternehmen zu gründen, ist alles andere als alltäglich. Aber Tamim Fannoush hat gute Gründe, die Hansestadt als den Startpunkt für seine Europageschäfte auszuwählen. Und die sind nicht nur wirtschaftlicher Natur.
Tamim Fannoush ist eine wahre Frohnatur – der Libyer trägt stets ein Lächeln auf den Lippen und begrüßt sein Gegenüber mit überwältigender Freundlichkeit. Ob das daran liegt, dass er gerade in Bremen weilt? „Wenn ich nach Bremen komme fühle ich mich, als würde ich gute Freunde besuchen“, sagt der 35-Jährige. „Ich mag die Menschen hier, sie sind sehr freundlich und hilfsbereit. Und das Nachtleben gefällt mir besonders!“ Der Logistikprofi ist General Manager der Samawat Maritime LLC mit Sitz in der libyschen Hauptstadt Tripolis – das Unternehmen konzentriert sich auf den Import von Container- und Projektladung. 2015 besuchte der Libyer zum ersten Mal die Hansestadt. Damals, um seinen Freund und Geschäftspartner Hauke Weidemann zu treffen, der als Commercial Manager Germany beim Logistiker F.H. Bertling Logistics arbeitet. Bertling und Samawat kooperieren seit 2014 im Export/Import-Geschäft.

In Bremen gegründet

Die Besuche in Bremen überzeugten ihn von der Stadt – so sehr, dass er im Februar 2019 in Bremen die Samawat GmbH gründete. Der Schritt zum eigenen Unternehmen in Deutschland reflektiert das sich gut entwickelnde Geschäft der letzten Jahre. „Wir wollen in Zukunft unsere Kunden in Europa noch schneller und zuverlässiger bedienen können“, erklärt Fannoush. „Mit unserem Standort in Bremen haben wir eine ideale Basis gefunden, die Stadt ist hervorragend in der Logistik aufgestellt.“

Aufstrebende libysche Wirtschaft

Obwohl Libyen fünfmal so groß wie Deutschland ist, leben dort nur 6,5 Millionen Einwohner. Nach krisengebeutelten Jahren wächst die Wirtschaft derzeit stark – allein um 17 Prozent im vergangenen Jahr. Als Land mit den größten Erdölreserven Afrikas ist der Energiesektor einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren – auch für Fannoush. Er beschäftigt 12 Angestellte in Tripolis. „Die Ölindustrie hat großen Bedarf an Importgütern wie Ventilen, Transformatoren oder Werkzeugen. Aber auch im Bereich der Stromversorgung, Telekommunikation und – überraschenderweise – der Tiernahrung sind wir aktiv“, so Fannoush.

Fannoush kommt mehrmals im Jahr nach Bremen
Fannoush kommt mehrmals im Jahr nach Bremen und freut sich jedes Mal wieder. © Frank Pusch

Geschäfte anbahnen

Zweimal im Jahr kommt der 35-jährige in die Hansestadt, um Geschäfte zusammen mit seinem deutschen Geschäftspartner Weidemann anzubahnen. „Wir sind über diese Konstellation sehr froh, die Geschäfte entwickeln sich gut. Und natürlich freue ich mich immer, wenn Tamim vorbeikommt“, erzählt Weidemann von Bertling Logistics. In Zukunft wollen sie sich noch stärker auf gemeinsame Services konzentrieren und so Kunden in ganz Europa den Export in das nordafrikanische Land erleichtern. „Wir brauchen persönliche Kontakte, um weiterzukommen“, bestätigt auch Fannoush, „und die lassen sich nur vor Ort pflegen.“ Bei seiner Unternehmensgründung setzte er ganz auf die Unterstützung durch Bremeninvest. Das Team arbeitete einen detaillierten Plan aus, der es dem Libyer ermöglichte, innerhalb von einer Woche alle nötigen Schritte bis zur Gründung vorzunehmen – von Handelskammereintrag, Steuerberaterbesuchen, Bank und Notar bis hin zur eigenen Adresse im World Trade Center Bremen.

Breakbulk Höhepunkt des Jahres

Seinen nächsten Besuch in Bremen hat Fannoush bereits geplant: Zur Breakbulk 2019 im Mai. Die auf Stückgut und Projektladung fokussierte Messe ist ein Pflichttermin für ihn, und das schon seit vielen Jahren. Dass die Breakbulk im vergangenen Jahr ihr Debüt in Bremen feierte, freut ihn besonders. „Die letzte Breakbulk war fantastisch – kein Vergleich zu ihrem vorherigen Standort in Antwerpen. Und ich bin mir sicher, dass sie auch in diesem Jahr vortrefflich wird“, freut sich Fannoush. Und mit seinem Bremer Unternehmen ist er dann bestens aufgestellt.

Foto Karin Noetzel

Karin Noetzel

Akquisition und Projekte

Projektleiterin internationale Ansiedlung

T +49 (0) 421 9600-122

!ed.nemerb-bfw[AT]lezteon

Künstliche Intelligenz
25.09.2020
Wie man 95.000 Fahrzeuge optimal bewegt

Fahrzeuge, soweit das Auge reicht: Der AutoTerminal Bremerhaven ist Deutschlands größte Autodrehscheibe. Ein Forschungsprojekte soll helfen, den Umschlag noch effizienter zu gestalten. Eine mögliche Lösung: künstliche Intelligenz.

Zum Bremen-Innovativ Artikel
HCMC
Internationales
22.09.2020
Briefe aus Vietnam: Ausgabe Herbst 2020

Vietnam gehört zu den ostasiatischen Ländern, die am besten durch die Coronakrise kommen und sogar ein deutliches Wirtschaftswachstum verzeichnen. Für ausländische Investoren bieten sich damit Chancen in gleich mehreren Branchen.

auf nach Vietnam
Unternehmensgründer Jörg Lachmann
Neu in Bremen
17.09.2020
„Unternehmen werden sich künftig Büroflächen teilen“

Mehr Home-Office führt zu geringerem Flächenbedarf von Unternehmen. Aber wie wirkt sich das auf Büroimmobilien aus? Wir fragen Jörg Lachmann. Der Immobilienprofi hat sich mithilfe der WFB in Bremen selbstständig gemacht.

zur Zukunft der Büroimmobilie